Text aus dem neuen Buch

                                                                                                                            Die Janus-Achse >>


 

Pol Pot

 

Die Vorstellung von der Ursprünglichkeit

 

 

Das Regime des Pol Pot in Kambodscha ist mit einem der größten Massenmorde seit dem Zweiten Weltkrieg verknüpft. Mehr als zwei Millionen Menschen, ein Viertel der zuvor insgesamt acht Millionen Bewohner Kambodschas, starben im Verlauf des Genozids durch Hinrichtungen, Vernichtungs-kampagnen in den sogenannten Killing Fields und durch Hunger aufgrund einer selbstzerstörerischen Argrarwirtschaft. 

Das Besondere dieses Genozids zeichnet sich in der mehr oder weniger versuchten Ausrottung der eigenen Bevölkerung ab. Daher prägte man im Zusammenhang mit Pol Pot und seiner vierjährigen Herrschaft von 1975 bis 1979 den Begriff des Autogenozids.

 

Pol Pot wurde am 19. Mai 1925 in der Provinz Kompong Thom als Saloth Sar geboren. Seine Familie stand dem Königshaus nahe, so, dass ihm ein Studienaufenthalt in Frankreich, das damals noch Kolonialmacht war, ermöglicht wurde. Während seines Studiums der Ingenieurswissenschaft in Paris begann er sich für den Kommunismus zu erwärmen. Nach seiner Rückkehr nach Kambodscha, das sich mittlerweile von Frankreich gelöst hatte, trat er der Kommunistischen Partei bei und wurde einer ihrer führenden Vertreter. 

Im Zuge des kambodschanischen Bürgerkriegs, der von den USA befeuert wurde, nachdem sie eine antikommunistische Regierung installiert hatten und diese militärisch unterstützten, musste er in den Dschungel fliehen, wo er im Untergrund die mächtige Guerillaarmee der Roten Khmer formte. Dort entstand sein Kampfname Pol Pot. Er soll etwa Der Ursprüngliche oder Der Authentische bedeuten.      (Erich Follath, Die ZEIT, )

 

Aufgrund der massiven amerikanischen Flächenbombardements in Kambodscha, mit denen im Zuge des Vietnamkriegs ein weiteres Vordringen des Kommunismus gestoppt werden sollte, gewann diese Miliz immer größere Zustimmung bei der Bevölkerung. Nachdem die von den USA unterstützte antikommunistische Regierung zusammengebrochen war, nahmen die Roten Khmer unter der Führung Pol Pots im April 1975 die kambodschanische Hauptstadt und zugleich einzige Metropole Phnom Penh ein.

Dies war der Beginn der Schreckensherrschaft des Pol Pot.

 

Pol Pots Armee, die zum großen Teil aus bewaffneten vierzehn- bis sechzehnjährigen Zuläufern sowie etlichen vietnamesischen Hilfstruppen bestand, forderte wenige Tage nach der Einnahme von Phnom Penh alle Einwohner auf, die Stadt zu verlassen und aufs Land zu ziehen, um sich dort fortan dem Ackerbau und der Viehzucht zu widmen.

Mit brutalem Zwang entvölkerten seine Kindersoldaten die Strassen und Viertel, so, dass tatsächlich binnen weniger Tage etwa zwei Millionen Menschen aufs Land deportiert wurden.

Zum Ende der Aktion lebten noch etwa 20 000 Bewohner in der ehemaligen Millionenstadt.

Die Deportierten verhungerten zu Tausenden, da das Land ihnen nicht genug Nahrung bot und die meisten nicht wussten, wie man Ackerbau betreibt, wie man Vieh hält oder sich sonst als Selbstversorger am Leben erhält.

 

Die Ideologie des Pol Pot bestand in der Vorstellung von einem ursprünglichen Leben in einem reinen Agrarstaat. Verbunden mit dem rigiden Verzicht auf jegliche Technik und Industrie.

Weder sollte es künftig Städte noch Fabriken noch Universitäten geben. 

Wirtschaftsgrundlage der Bevölkerung sollte fortan der Anbau von Reis sowie dessen Export sein.

 

Als sich der Erfolg nicht einstellte, veranlasste Pol Pot Säuberungsaktionen, bei denen er die gesamte Bildungsschicht eliminieren ließ. Schließlich wurden sogar Brillenträger generell verdächtigt und getötet. Brillen mussten versteckt werden, wehe dem, bei dem eine gefunden wurde.

 

In den Lagern der Killing Fields wussten die Insassen, dass sie sich keinesfalls melden durften, wenn einer von den minderjährigen Kommandanten vor die Menge trat, einen Zettel in der Hand haltend und lockend, fordernd fragte, ob jemand übersetzen könne. Wer sich, auf Belohnung und Erleichterung hoffend, meldete, wurde liquidiert. Wer Fremdsprachen beherrschte, galt als Intellektueller. Der Film Killing Fields von 1984 zeigt eine entsprechende Szene.

 

Die Tötungswellen griffen immer weiter um sich und suchten schließlich ohne Unterschied auch die höheren Verwaltungsvertreter und bisherigen Vertrauten sowie enge Mitarbeiter und Familienmitglieder heim. 

 

Die Schreckensherrschaft endete, als 1979 vietnamesische Truppen nach Kambodscha eindrangen, die die Roten Khmer vertrieben und Pol Pot zur Flucht zwangen. Allmählich kehrten die Einwohner von Phnom Penh zurück. Die Bevölkerungszahl Kambodschas war von acht Millionen auf sechs Millionen gesunken.

 

Pol Pot / Saloth Sar, 19.Mai 1925,  Kompong Thom, Tageshoroskop

Augenfällig am Tageshoroskop des Pol Pot ist, angesichts seiner Geschichte, die Konjunktion von Mars und Pluto im Krebs im elften Haus. Wobei der Mars zugleich der Anführer des Verbunds mit der gemeinschaftsbildenden Sonne auf 27° Grad Stier ist.

 

Das Zeichen Krebs repräsentiert im Horoskop eines Herrschaftsvertreters stets das Volk. Mit der Mars-Pluto-Verbindung im Krebs wäre demnach der Genozid am eigenen Volk, der Autogenozid, gekennzeichnet. 

Im elften Haus geht es um den Ursprung, um die Entstehung der Identität und der Polarität von Ich und Du.

Mit dem Pluto im elften Haus ist dieser Ursprung ideologisch besetzt, und um zum Ursprung zu kommen, muss eine Ideologie verlassen werden.

Das ist bei Pol Pot nicht der Fall, stattdessen wird der Ursprung kollektivistisch von der Ideologie vereinnahmt und zur Vorstellung von der Ursprünglichkeit.

Der Inhalt entspricht der Verbindung von Pluto und Uranus.

Dies bestätigt sich, indem bei Pol Pot, im Sinne der Umkehrung der Zeichen, nicht nur der Pluto in Haus elf, sondern auch der Uranus in Haus acht steht. Dort im Spiegel zum Mars in Haus elf.

 

Deutlich wird dies, indem der frühere Saloth Sar den Kriegsnamen Pol Pot annimmt, welcher"Der Authentische" oder "Der Ursprüngliche"  bedeutet, wenn er mit dem Aszendenten in der Bewegung Ein-Grad-ein-Jahr über den Pluto läuft.

Dies gegen Ende des Jahres 1969, als er im Dschungel zum Anführer der Roten  Khmer aufsteigt. 

 

Als der AC in seinem fünfzigsten Lebensjahr 1975 den Mars überläuft, erobert Pol Pot mit seiner Armee die Hauptstadt Phnom Penh und die Schreckensherrschaft des Genozids am eigenen Volk beginnt, getrieben von der Vorstellung von der Ursprünglichkeit, die einst Rousseau geprägt hatte, und die in ähnlich fataler Weise eine Weichenstellung für die Französische Revolution bildete.

 

Jean-Jacques Rouseau, 28, Juni 1712, Genf, Tageshoroskop

 

So findet es sich, dass der Mars im Horoskop des Pol Pot mit 6° Krebs auf dem Sonnenstand des Aufklärungsphilosophen Jean-Jacques Rousseau liegt.

Die Vorstellung von der Ursprünglichkeit ist im Tageshoroskop Rousseaus wiederum durch die Pluto-Uranus-Konjunktion gegeben, hier zusätzlich noch in Haus elf.

 

In Sinne des MC-Horoskops Jean-Jacques Rousseaus stellt sich das Wirken Pol Pots,  beim Überlauf über dessen Mars auf 6° Krebs, einhergehend mit der Einnahme von Phnom Penh und der anschließenden Deportation von zwei Millionen Bewohnern aufs Land, die sich dort fortan von Ackerbau und Viehwirtschaft ernähren sollten,  als eine Folge Rousseaus dar, der  mit der Forderung Zurück zur Natur , die Vorstellung von der Ursprünglichkeit manifestiert hatte. 

Einer Parole, die in den betreffenden Werken "Über die Erziehung"  und "Der Gesellschaftsvertrag" nicht wörtlich vorkommt, die aber als Essenz dieser Schriften gilt und mit Rousseaus Namen verbunden ist.

Ohnehin beschränkten sich Polpots Kenntnisse über den Aufklärungsphilosophen* nicht auf Schlagworte: Jean-Jacques Rousseau war das Thema seiner Abschlussarbeit an der Sorbonne gewesen, bevor er nach Kambodscha zurückkehrte.

 

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*Für mich ist Rousseau der Inbegriff der Anti-Aufklärung

und Robespierre war nicht zufällig ein begeisterter Leser Rousseaus. ...

In meinen Augen ist das die Wurzel des Totalitarismus.

Denn alle Totalitaristen argumentieren mit Rousseau,

wenn sie alles in die Luft jagen wollen, um eine bessere Gesellschaft zu errichten,

in welcher der Mensch zeigen kann, wie gut er von Natur aus ist.

Sowohl Stalin als auch Hitler haben so argumentiert.

Und Robespierre hat ein Maximum von Menschen guillotinieren lassen,

um eine bessere Gesellschaft zu schaffen.

Philippe Val, Journalist und Mitbegründer der Satirezeitschrift Charlie Hebdo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(C) Herbert Antonius Weiler, Oktober 2025