Wenn wir uns Raumstationen vorstellen, die im ansonsten leeren Weltraum aneinander vorbeitreiben, ... Aus dem Alltag bekannt ist uns das Konzept des Raums, einer Art Bühne für die Objekte unserer Welt, die ihre Lage oder ihre sonstigen Eigenschaften mit der Zeit verändern. ...

Web-Seite des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik Einstein für Einsteiger

 

 

Ich kann die Zeit als Gestaltlose nicht messen, weil sie dann keine Zeit mehr ist im Gestalthaften. Das Gestaltlose, also die Form der Ausübung von Erscheinung hat keine Zeit. Das sind die Titanen, die sind darauf angewiesen den Lebenden die Zeit zu stehlen, damit sie Erscheinung bleiben - und das mißt Einstein. Messen Sie eine Zeit im luftleeren Raum.

Wolfgang Döbereiner

 

 

 

 

Die Raumschiffwelt

Einsteins Kosmologie 

 

 (Textauszug)

 

- Es scheint, dass an der Vorstellung von Raumstationen oder Raumschiffen in der schwarzen Schwerelosigkeit des "ansonsten leeren Weltraums",  die grundlegende Erkenntnisfindung des modernen, naturwissenschaftlichen Weltbildes hängt. Der letzte Ort der menschlichen Vergewisserung und Wahrheitsfindung wird eigentlich im schwerelosen All gewähnt.

 

- Oder in der Teilchenbeschleunigungsmaschine.

 

- Dieser Tage wurde erneut ein Beweis der Relativitätstheorie präsentiert. In der Nähe eines Schwarzen Loches habe sich Einsteins Gravitationstheorie bestätigt, so der Bericht.

 

- Es ist schon eine Besonderheit. Von keiner anderen wissenschaftlichen Theorie wird so oft berichtet, dass sie erneut bewiesen sei.

 

- Das hat möglicherweise damit zu tun, dass sie sich mit dem Erleben und mit der Erfahrung des Menschen nicht vereinbaren lässt. Es scheint, als müsse ihre Gültigkeit stets neu versichert werden. 

 

- Trotzdem versucht man ihre Inhalte gerne in sinnlichen Anschauungsbildern zu vermitteln. Die bei Annäherung an Lichtgeschwindigkeit gewähnte Zeit- und Raumverzerrung der Relativitätstheorie wird dabei anhand eines fahrenden Zuges vorgestellt. Wenn die Lichtgeschwindigkeit nur 30 Meter in der Sekunde anstatt jene annähernd 300.000 Kilometer betrüge, würde die Zeit im Zug sich gegenüber der Zeit des Bahnhofs, von dem dieser abgefahren ist, verlangsamen, je mehr der Zug sich den 30 Metern pro Sekunde nähern würde. Und die Straßen, Häuser und Bäume, an denen er vorüberführe, erschienen dann seltsam gestaucht und verzerrt. 

 

- Letzteres irritiert weniger, als dass die Zeit langsamer vergehen soll.

 

- Das Gedankenspiel mit dem Einstein-Zug soll eine Art Mikroskop darstellen. Bei diesem werden sinnlich nicht zugängliche Vorgänge mithilfe der optischen oder elektronischen Vergrößerung des Geräts als scheinbar sinnlich erfahrbare Vorgänge dargestellt.  Auf diese Weise scheinen sie jene Evidenz zu vermitteln, die bis dato nur den Sinnen zugebilligt worden war. Beim Einstein-Zugs wird nun die Lichtgeschwindigkeit gedanklich auf den Bereich sinnlicher Wahrnehmung reduziert, indem die angenommene Längenkontraktion oder Zeitdehnung schon bei 30 Metern pro Sekunde eintritt. Auf diese Weise wird eine falsche sinnliche Erfahrbarkeit und Wahrheitsfindung und damit eine Zuständigkeit für das Leben des Menschen, suggeriert, die es aus inhaltlichen Gründen nicht geben kann.  

 

- In einem Raumschiff, das sich nur ein wenig der Lichtgeschwindigkeit nähern würde und das vielleicht 60 Jahre unterwegs ist, so ein weiteres bekanntes Beispiel, würde die Zeit derart langsamer vergehen, dass von einem Zwillingspaar der zuhause gebliebene Bruder um 60 Jahre gealtert wäre, während für den mitgereisten Bruder im Raumschiff nur 3 Jahre vergangen wären.

 

- Es ist in der Tat etwas Grundsätzliches, das an der Sache irritiert und über eine Erklärung durch Wahrnehmungsgewohnheiten hinausgeht.  Die Zeit wird gewissermaßen auf Basis der Zeit relativiert. Es ist wie in Münchhausens Erzählung, in der er sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf zieht. 

Eine Zirkelschlüssigkeit. Es wird von einem Ohnehin-Ablauf der Vorgänge ausgegangen. Die Relativierung von Zeit und Raum setzt einen vorgegebenen Raum und eine vorgegebene Zeit als Kontinuum voraus. Die Raum-Zeit-Relativierung geschieht also gleichsam auf der Basis eines unterschwellig nach wie vor absoluten Raumes und einer absoluten Zeit als Behälter.

 

- Eine frühe prägnante Widerlegung Einsteins erfolgte am 6. April 1922 durch Henri Bergson im Rahmen eines Streitgesprächs an der Pariser Société de Philosophie, bei der Bergson eine Reihe von erkenntnistheoretischen Unstimmigkeiten,  Willkür-Annahmen wie auch ontologischen Übergriffe der Relativitätstheorie bloßlegte. Auch er greift die Reduzierung des Werdens der Gestalt auf einen Vorgang heraus:  "da man das, was man als im Entstehen begriffen wahrnimmt, durch etwas fertig Entstandenes ersetzt hat, hat man einerseits das der Zeit innewohnende Werden eliminiert und andererseits die Möglichkeit einer unendlichen Menge anderer Prozesse eingeführt"Henri Bergson, Dauer und Gleichzeitigkeit: Über Einsteins Relativitätstheorie, 

 

- Der Ort der sinnlich erfahrbaren Vergewisserung der Welt war für den Menschen seit jeher zwischen Himmel und Erde, gegenüber dem Horizont, aus dem morgens im Osten die Sonne aufgeht, um am Abend im Westen unterzugehen. Mit dem Aufkommen des heliozentrischen Weltbildes wurde diese Vergewisserung als unzulässig erklärt. Die sinnliche Erfahrung galt fortan nicht mehr als vertrauenswürdige Quelle des Erkenntnisgewinns. Berechnungen und Instrumente versicherten scheinbar grundlegendere Wahrheiten. Die Erde, ein Körper im Weltraum, drehte sich nun um die Sonne, ebenfalls ein Körper im Weltraum, so dass sich in der sinnlich vermittelten Vorstellung der Planetenmodelle der Ort des Menschen irgendwo im All, meist zwischen Mars und Jupiter, oberhalb des gesamten Planetensystems, auf dieses hinabschauend, befindet.

 

- Es ist heute kaum mehr nachvollziehbar, was es für den Menschen zur Zeit der kopernikanischen Wende bedeutete, wenn ihm nunmehr als Wahrheit vermittelt  wurde, dass die helle Weite des Himmels nur ein Fleck im Weltraum sei, dass der Himmel kein Oben sei, dass ein wirkliches Oben überhaupt nicht existiere, die Erde nur ein Körper im Raum sei, kreisend, zusammen mit anderen Körpern, um die Sonne, in den Bahnen einer festgelegten Mechanik, uhrwerksgleich, wie es ihm in den damals geläufigen Konstruktionen einer Weltmaschine demonstriert wurde.

 

 

 

Nicht die eigentliche heliozentrische Sicht, denn diese wäre ja von der Sonne aus.

Bei diesem heliozentrischen Modell befindet sich der Ort des Betrachters im schwerelosen Raum,

jenseits der Marsbahn, mit Blick auf Mars, Erde, Venus und Sonne.

 

Die Verlässlichkeit dieser Schau währte nicht lange.

Seit dem Aufkommen der Relativitätstheorie wird die Vorstellung einer sinnlichen Erfahrbarkeit der kosmischen Bewegungen gänzlich im schwarzen, schwerelosen Weltraum verortet. Der Rahmen des Raums als Bühne, den das heliozentrische Weltbild, wenn auch schwebend im All, noch gewahrt hatte, ist aufgehoben. Es gibt letztlich keinen Standpunkt mehr.

 

- Die Vorstellung des Raums als Bühne für die Objekte der Welt geht auf die Entdeckung der perspektivischen Konstruktion in der Renaissance zurück. >>

Mit ihr war es möglich geworden, auf der zweidimensionalen Malfläche die Illusion eines Raums zu konstruieren, eine sich scheinbar erstreckende, dreidimensionale Ebene mit Fluchtpunkten auf der Horizontlinie. Ein Bühnenrahmen. In diesen Raum konnte man die zu malenden Objekte nach den perspektivischen Regeln hineinstellen. Ein vorausgesetzter Raum als Bühne, Raum und Zeit als Behälter der Objekte und Geschehnisse. Ein kantiger Raum, der kantige Körper bevorzugt.

                  Ebene mit Kuben und perspektivischen Fluchtlinien

 

Die Vorstellung bildete die Grundlage des entstehenden naturwissenschaftlichen  Denkens, in dem die Ereignisse als determinierte Vorgänge vorausgegangener verursachender Vorgänge in einer vorausgesetzten Zeit gesehen wurden.

Eine Weltsicht, nach der Descartes später das Universum als "Ideale Maschine" bezeichnete und die bei Newton zur Basis der Klassischen Physik wurde - ein absoluter Raum und eine absolute Zeit, die als Behälter der Objekte und Ereignisse vorausgesetzt sind. Kant komplementierte dies philosophisch, indem er Raum und Zeit als apriori für jegliche Erkenntnisgewinnung postulierte. 

 

- Der Raum als Bühne ist statisch, sein Rahmen ist kantig rechteckig.  

 

- Seitdem Einsteins Relativitätstheorie publik wurde, weicht die öffentliche Vorstellung eines Raumes als Bühne, mit einem Horizont, der Oben und Unten teilt, in dem mehr oder weniger übersichtlich die Objekte existieren, einer ganz anderen Weltsicht, einem Raum, der schwerelos und schwarz ist, in dem es kein Oben und Unten gibt, der ungeteilt ist und der auch eine Öffnung im Sinne der Ferne und des Horizonts, wo Himmel und Erde zusammentreffen, nicht mehr kennt. 

 

 - Dies ist der Raum der Raumschiffe und Raumstationen, der abgeschlossenen Orte im schwarzen schwerelosen Raum des Alls. Auch die Erde wird im Zusammenhang mit der Umweltschutzthematik gerne als "Raumschiff Erde" bezeichnet. Damit soll verdeutlicht werden, dass die Ressourcen nicht unerschöpflich sind, sondern die Erde nur ein begrenzter, hermetisch abgeschlossener, auf sich selbst gestellter Körper ist, der sich durch die Schwärze des unendlichen Raumes bewegt. Dass die vorgeblich zu schützende Natur darin umso mehr als Zweckgerätschaft und nicht als Gestalt betrachtet wird, könnte sich kaum deutlicher äußern

 

Raumschiff  jenseits des Pluto

 

- Von Raumschiffen erzählen Filme und Romane schon eine Weile. Seit einigen Jahrzehnten bilden sie jedoch nahezu das Hauptelement der Unterhaltungsindustrie. Was in den 1950er und 1960er Jahren noch der Westernfilm darstellte, wurde mehr und mehr durch das Weltraumepos abgelöst. Science Fiction wurde mittlerweile zum Unterhaltungsstoff schlechthin. Fernsehserien wie "Raumschiff Enterprise / Star Trek"  oder der Kinofilm "Star Wars" initiierten diese Entwicklung.

Heute findet sich unter den Blockbustern kaum einer, der nicht, zumindest teilweise, im Weltraum spielt.

 

- Warum werden sie Schiffe genannt? 

 

- Weil ihr Medium das Ungeteilte ist. Eigentlich sind es Unterseeboote. Kein Horizont und auch keine wirkliche Weite. Die Formel von den „unendlichen Weiten“, die das Raumschiff Enterprise im Aufspann der Serienfolgen durchkreuzt, ist eine aus dem irdischen Erleben übertragene Vorstellung.

Der Raum der Raumschiffe selbst kennt keine Weite, denn Weite kann nur erfahren werden, wo Horizont, wo Oben und Unten ist. Raumschiffe hingegen sind Unterseeboote, die nie auftauchen können. Anders als die Unterseeboote im Meer, kleine, abgeschlossene technische Prothesen im Ungeteilten, können Raumschiffe nie an eine Oberfläche durchstoßen. Der unendliche schwerelose schwarze Raum ist ihr Manifest.

 

- Eine Weichenstellung zu dieser Weltsicht war Einsteins Fahrstuhlexperiment. 

Es war der Gedankengang, aus dem Einstein laut eigener Aussage die Relativitätstheorie entwickelte.  Ein Fahrstuhl im schwerelosen All, ein anderer, auf der Erde, vielleicht in einem sehr hohen Gebäude, befindet sich im freien Fall. Für den Insassen des irdischen Fahrstuhls ist sein Zustand in der geschlossenen Kabine nicht vom Zustand der Schwerelosigkeit des im All befindlichen zu unterscheiden. Würde schließlich der freie Fall der Kabine langsam abgebremst und käme auf dem Erdboden zum Stillstand, so würde der Fahrstuhlinsasse im All dieselbe Erfahrung machen, wenn sich sein Fahrstuhl in Bewegung setzen und er auf diese Weise gegen den Boden der Kabine gedrückt würde. Schwerkraft, so Einsteins Folgerung, entspricht einem beschleunigten Bezugssystem.

 

- Wie gelangt der Passagier im All in den Fahrstuhl?

 

-  Er hat keine Geschichte, keine Zeit des Weges. Das war es, was bereits Henri Bergson angemerkt hatte. Das Gedankenexperiment basiert auf der Isolierung der Bewegung. Sie wird dadurch ihrer Geschichte, ihrer Gestalt beraubt und zum bloßen Ablauf, zum Vorgang. Die Dauer der Fahrstuhlfahrt im All kann nur sehr begrenzt ausfallen. Auch sollte der Fahrstuhlinsasse nach einer gewissen Zeit wieder nach Hause dürfen. 

 

- Daher ist es eben ein Gedankenexperiment. Es bezieht sich nur auf die wenigen Augenblicke der Schwerelosigkeit.

 

- Eben das. Es reduziert die Gestalt auf einen Vorgang. Anfang und Ende, die Entwicklung des herausgestellten Zustands werden ausgeblendet. Diese aber gehören zu der Geschichte.

Das ist das Kennzeichnende dieser Art von naturwissenschaftlichen Anschauungssystemen: Sie müssen immer den Zustand des Besonderen, des Separierten schaffen und vermeiden es, sich auf die sinnliche Erfahrung des Menschen im Leben zu beziehen. Das ist es, was 1922 schon Bergson kennzeichnete. Zugleich werden aus dem separierten Vorgang ontologische Feststellungen bezogen, die das tägliche Erleben prägen, nämlich, dass Bewegung, Leichtigkeit und Schwere und der Ort des Menschen relativ seien. 

 

- Ausgang des Fahrstuhlexperiments war wiederum jene Irritation, die mitunter Zugreisende erleben, wenn sie aus dem Fenster schauen und zunächst nicht unterscheiden können, ob sich der Zug auf dem Nachbargleis oder der eigene in Bewegung gesetzt hat. Bewegung und Ruhe sind relativ geworden.

 

- Es bedarf doch nur eines Blicks aus dem gegenüberliegenden Fenster und schon wäre die Frage beantwortet. Auch hier basiert die Relativierung auf der Verengung des Erlebens, auf der Reduzierung zu einem Vorgang. Wobei bereits der Zug eine solche Verengung darstellt, in der die Gestalt des Reisens auf das Zurücklegen von Strecken reduziert wird und die Wege, die sich aus der Unterschiedlichkeit der Orte ergeben, kurzgeschlossen sind, ein Konstrukt der Ortlosigkeit.

Schon bei der Irritation, ob es der eigene Zug oder der Nachbarzug ist, der sich in Bewegung setzt, ist die unselbstständige Fortbewegung Bedingung. Denn ein Gehender weiß, wann  er zu gehen beginnt. Es bedarf auch der ruckelfreien Gerätschaft, der Verbindung von Rad und Schiene, denn auch ein Kutschenfahrgast wüsste, ob es die eigene oder die Kutsche vor dem Fenster ist, deren Fahrt anhebt.

Die Reduzierung der Bewegung auf einen Vorgang ist nur möglich, weil sie bereits auf Konstrukte zurückgreift, die diese Reduzierung enthalten und produzieren. 

Die Zeit der Relativität ist also stets bereits die Zeit des Gerätes, des gestaltlosen Vorgangs. Einsteins Zeit gibt es gar nicht. Sie ist ein irreführendes Konstrukt, ausgehend von der Vorstellung einer vorausgesetzten Zeit und eines vorausgesetzten Raumes. Es ist nicht die Zeit des Werdens der Gestalt. Denn Zeit und Raum entstehen erst aus der Scheidung von  Innen und Außen, aus der Bildung von Zentrum und Peripherie. Und damit aus der Beziehung von Ich und Du. Das ist die Gestalt.

 

 

  

Die Raumverzerrung

 

- Eine weitere Folgerung Einsteins, neben jener, nach der Beschleunigung und Gravitation physikalisch dasselbe, ein absoluter Standpunkt nicht existent und jede Bewegung relativ seien, war die anhand des Zug-Beispiels beschriebene Verzerrung bzw.  Zusammenziehung der Zeit und des Raumes. Sie basiert in der Relativitätstheorie auf der formelhaften Anwendung der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit. Einigen Experimenten zur Messung der Lichtgeschwindigkeit hatte man entnommen,  dass sie sich nicht etwa addiert oder verringert, wenn sich die Lichtquelle selber bewegt, und sie auch nicht schneller oder langsamer wird, wenn sich ein Beobachter auf sie zu oder von ihr weg bewegt, sie also eine absolute Größe darstellt.*

Wenn die Lichtgeschwindigkeit absolut ist und unabhängig von jeglicher Bewegung stets die gleiche bleibt, muss sich, da diese sich aus dem Verhältnis der zurückgelegten Strecke im Raum und der verflossenen Zeit ergibt, der Raum und die Zeit relativ zum Bezugssystem verändern.

Das führt zur Vorstellung eines relativ verzerrten Raumes und einer relativ verlangsamten Zeit. In einem sich beschleunigenden Körper musste die Zeit langsamer vergehen als beim sich dazu relativ in Ruhe befindlichen Betrachter. Zeit und Raum winden sich hierbei, verziehen sich gewissermaßen kaugummiartig um die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, die das ausschlaggebende Absolutum darstellt..

Da sich Gravitation als der Beschleunigung gleich ergeben hatte, musste so auch in einem Schwerefeld die Zeit langsamer vergehen als in dessen Peripherie oder gar in der Schwerelosigkeit.  

 

- Auf diese Weise ist bei Einstein der Raum, der zuvor bei Newton noch einen statischen Bühnencharakter hatte, zu Kaugummi geworden. Rudolf Steiner bemerkt, dass man das vorherige "starre Weltbild" der Physik nun  "schleimig, molluskenhaft" gemacht habe. Relativ; der Raum je nach Bezugssystem gekrümmt gedehnt oder zusammengezogen, so auch die Zeit, hier soll sie langsamer vergehen, dort schneller.

Indem jedoch Zeit und Raum auch bei Einstein weiterhin als Behälter der Ereignisse vorausgesetzt sind, erscheint der absolute Raum Newtons zwar vordergründig relativiert, in Wirklichkeit wurde er jedoch auf eine ungreifbare Weise noch weiter verabsolutiert.

 

- So dass das heutige Weltbild aus dem ortlosen, unendlichen Raum der Raumschiffe besteht. 

 

- Die Erde ein Raumschiff kein Oben kein Unten. Das ungeteilte Namenlose wird zum konkreten, gleichwohl unendlichen Raum im Bild des schwarzen Weltraums. Raumschiffe darin wie Unterseeboote die nie auftauchen, nie eine Oberfläche eine Öffnung erreichen können, keinen Himmel sehen können. Weil es keinen Himmel gibt in diesem Weltbild,  die Öffnung ist die des schwarzen Lochs. Die Weite des Horizonts wurde zum Eventhorizont des Schwarzen Lochs. Das Raumschiff als geschlossenes Verdrängtes, als Konservendose im Ortlosen. 

 

- Indem der Zeitfluss relativ sein soll, wird die Zeit als Kontinuum des Ablaufs der Vorgänge absolut.

Sie wird nicht begriffen als aus der Ich-Du-Beziehung geboren. 

 

- Der Widerspruch eines quasi in den Hintergrund verschobenen absoluten Raumes und einer absoluten Zeit als Behälter der Vorgänge, anhand dessen Raum und Zeit der Vorgänge wiederum relativiert werden, wurde schon von Zeitgenossen hervorgehoben. 

 

- Einsteins Relativität setzt einen stets relativierenden absoluten Betrachterpunkt voraus. Er wird freilich nie greifbar, nie konkret.sondern weicht immer wieder aus, setzt aber gerade damit einen absoluten Raum und eine absolute Zeit voraus, eine molluskenhaftes Ohnehin-Kontinuum.  Newtons und Kants kantiges Bühnen-Universum  wurde durch ein kaugummiartiges ausgewechselt.

 

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Der vorausgesetzte Raum

 

 

- Es birgt jedoch noch eine tiefere Widersprüchlichkeit, die bereits in Newtons Auffassung von Raum und Zeit als Behälter der Ereignisse enthalten ist: Ein Raum und eine Zeit als Voraussetzung der Ereignisse, die wiederum nur als Vorgänge begriffen werden, impliziert die Vorstellung eines hierarchisch vorangestellten leeren Raumes und einer zunächst leeren, ereignislosen Zeit, eines Raumes, der nur Ausdehnung ist, und einer Zeit, die nur Dauer ist. Ein Raum als Ausdehnung ohne Inhalt ist jedoch nicht denkbar, ebenso nicht eine Zeit ohne Ereignisse. Es wäre die Ausdehnung einer Ausdehnung. Sie würde sich begrifflich aufheben. Ebenso wie die Dauer einer Dauer. 

 

- Ein Raum ist nicht denkbar ohne Mitte und Peripherie. Das ist die Trennung von Himmel und Erde, von Innen und Außen, von Ich und Du. Mit dieser Trennung beginnt die Genesis, sie ist das erste, das Prinzip des Ereignisses.

 

-  Mit der Lehre vom heliozentrischen Weltbild war das Erlebnis von Aufgang und Untergang der Sonne zur Unwahrheit deklariert worden, mit der Relativitätstheorie konnte man zwar nun behaupten, dass der Standpunkt einer am Horizont auf– und untergehenden Sonne genauso seine Gültigkeit hatte, wie die heliozentrische Vorstellung einer Sonne in der Mitte und einer, um sie herum kreisenden, sich dabei um ihre eigene Achse drehenden Erde, jedoch war ein Standpunkt der Person, der in der heliozentrischen Vorstellung noch gedacht werden konnte, hiermit endgültig aufgelöst – der Ort war nun überall und nirgends.

 

- Hannah Arendt wies auf das Missverständnis hin: Wenn die Wissenschaft heute darauf hinweist, dass wir ebensogut annehmen können, dass die Erde sich um die Sonne dreht, wie dass die Sonne sich um die Erde dreht, dass beide Annahmen sich mit dem Phänomen in Einklang bringen lassen und dass der Unterschied nur eine Differenz des jeweils gewählten Bezugspunktes ist, so bedeutet dies keineswegs eine Rückkehr zu der Position des Kardinals Bellarmin oder des Kopernikus, also zu einer astronomischen Wissenschaft, die mit Hypothesen den beobachteten Phänomenen gerecht zu werden suchte. Es bedeutet vielmehr, dass wir den archimedischen Punkt im Weltall noch weiter von uns weg verlegt haben, so weit nämlich, dass weder Sonne noch Erde als Mittelpunkt eines geschlossenen Systems erscheinen. Es bedeutet, dass wir uns auch an ein Sonnensystem nicht mehr gebunden fühlen ... >>

 

- Auch das Erlebnis der Schwere wurde nun zum Trugbild erklärt – Schwerkraft war nur eine relativistische Raumerfahrung der Beschleunigung. Ebenso verhält es sich mit der Zeit und der Gegenwart. Nachdem das Erlebnis von Auf- und Untergang der Sonne am Morgen und am Abend als relativ und damit als nichtig erklärt worden war, wurde nun auch das Erlebnis der Schwere wie auch der Zeit als nur relative Erfahrung betrachtet - und damit gleichsam als nicht wirklich. 

Das mag der Grund sein, warum mit verlässlicher Regelmäßigkeit in den Titelzeilen der Pressemedien proklamiert wird, es sei wieder ein Beweis für die Relativitätstheorie gefunden worden.

 

 

Albert Einstein, 14. März 1879, Ulm, 11:44 Uhr

 

- Zu Einsteins Horoskop, mit dem Verbundsanführer Neptun in Haus elf im Stier bemerkt Wolfgang Döbereiner, es könne den Titel haben "Über den Ursprung der Erscheinung". >>

Wobei Einstein als Physiker den Ursprung der Erscheinung, im Sinne der vorausgesetzten Zeit und des vorausgesetzten Raumes, in der Erscheinung selber sucht. Das ist der leviathanische Zirkelschluss.

 

- Die Originalität der Relativitätstheorie bestand weniger darin, dass sie etwas völlig Neues darstellte, als dass Einstein die seinerzeit vorhandenen physikalischen Erkenntnisse, etwa die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, die Relativität der Bewegung sowie die Längenkontraktion, anhand seiner Gedankenexperimente im Rahmen der naturwissenschaftlichen Prämissen einer gewissen Konsequenz unterzog und sie insofern bündelte und vereinheitlichte.

 

- Wenn sich der Raum in Einsteins Relativitätstheorie, quasi aufgehoben, "molluskenhaft" entzieht, so entspricht dies der Stellung des Neptun im Zeichen Stier in Haus elf.  Mit dem Pluto im Spiegel im selben Zeichen wird der Raum jedoch zugleich auf ungreifbare Weise als absolut vorausgesetzt. Dies ist die Aussage der Neptun-Pluto-Verbindung  im Stier in Einsteins Horoskop.

Es ist der schwarze schwerelose Raum - mit Neptun-Pluto als das Abgeschlossene im Ungeteilten, das Unterseeboot und das Raumschiff.

Neptun ist der Verbundsherrscher mit der Sonne in den Fischen in Haus zehn. Mitgeführt wird die Saturn-Merkur-Konjunktion als die Konstellation des Relativierens im Sinne der Verweigerung der Zeit der Gestalt.

Mit Steinbock in Haus sieben wird Saturn-Merkur prägend für das öffentliche Bewusstsein -  Einstein lieferte die Plausibilisierung einer Ortlosigkeit und einer Verweigerung der Zeit der Gestalt, wie sie bis dato noch nicht präsent war: die Relativitätstheorie, die das Vertrauen in das Empfinden und in die persönliche Vergewisserung in fundamentaler Weise angreift und die den Ort des Menschen in die Vorstellung eines schwerelosen, schwarzen Raumes projiziert.

Es ist daher sinnfällig, wenn das Erscheinen des Films "Star Wars / Krieg der Sterne", der im Jahre 1977 mithilfe computeranimierter Tricktechnik eine neue Dimension der Raumschiffwelten im Kino einleitete, in Einsteins Horoskop mit der Auslösung des Mars einhergeht, der zum Neptun gehörend, in Haus sieben, auf die Öffentlichkeit einwirkt.

Und der nach Wolfgang Döbereiner im Falle Einsteins "die Vorgänge der Erscheinung zum Zeichen macht, die das Bewusstsein der Gegenwart besetzen" .

Im 98. Jahr nach Einsteins Geburt wird im Rhythmus der sieben Jahre pro Haus, nachdem das Horoskop einmal mit 84 durchlaufen ist, nach weiteren 14 -15 Jahren, durch Widder nach Haus zehn gehend der Mars in Haus sieben ausgelöst. Zugleich wird die Venus überlaufen, die Neptun-Pluto in Haus elf mitbringt, den schwarzen Weltraum

 

- Dies ist ein Grund, warum heutige Geschichten, fernab einer erlebten Wirklichkeit, im schwerelosen All spielen und warum Kinder sich die Zukunft als Raumschiff vorstellen. 

 

- Einstein veröffentlichte seine erste, die Spezielle Relativitätstheorie, im Jahre 1905, im Alter von 26 Jahren. Dies geschieht, im Sieben-Jahres-Rhythmus der Münchner Rhythmenlehre, mit Auslösung des Neptun und bei Überlauf des Jupiters. Zehn Jahre später, im Jahre 1915, bei Überlauf des Mars in Haus Sieben im Steinbock publizierte er die Allgemeine Relativitätstheorie, die mit der These von der relativen Zeit fortan das Bewusstsein der Zeit besetzen sollte - es gibt keine Gegenwart in Einsteins Welt.

So lautet ein Titel der Web-Seite zur  Relativitätstheorie des Max-Plank-Instituts: " Von der Nichtselbstverständlichkeit des Jetzt".

Dies, weil es nicht möglich sei, Gleichzeitigkeit messbar zu machen - das Jetzt, die Gegenwart wird mit der Messbarkeit von Gleichzeitigkeit verwechselt. Ein Scheinproblem, das gleichwohl die Aussage generiert, es gebe keinen Augenblick. Und damit keine Begegnung, damit den Menschen in die Isolation hineinmanövrierend.

 

- Mit einem Schlag weltberühmt wurde Einstein mit vierzig Jahren unter Auslösung der Uranus-Jupiter-Konjunktion durch Wassermann, der nach Haus sieben geht. Anlass war die Sonnenfinsternis von 1919. Anhand der Beobachtung des Merkurs im Orbis der Sonne sah man nun Einsteins Gravitationstheorie einer Raumkrümmung im Schwerefeld bestätigt. 

Mit Saturn-Merkur in Haus zehn, beherrscht vom Zeichen Fische wird der Relativismus als Prinzip angenommen und Einstein avanciert im Beamtenbetrieb des Wissenschaftsdenkens zum Star, seine Theorie zur Projektionsfläche des kollektiven Bedürfnisses der Relativierung

Kaum eine anderes naturwissenschaftliches Konzept wird derart oft mit Beweismeldungen bedacht. Es scheint, als wolle man eine Lehre um so nachdrücklicher oktroyieren, als sie dem Empfinden und Erleben des Einzelnen widerspricht. Als vertrauenswürdig sollen allein Messungen und Formeln gelten und die Instanzen, durch die sie vermittelt werden.

 

- Doch es gibt vereinzelt auch gegenteilige Meldungen.

Bei einer späteren Sonnenfinsternis, in Einsteins Horoskop unter der Auslösung der Sonne über das Zeichen Löwe im zweiten Haus, kommt es im Alter von 76 Jahren zu einer Infragestellung der Relativitätstheorie. 

Bei der Finsternis von 1954 stellte der französische Forscher Maurice Allais mit Langzeituntersuchungen erhebliche Anomalien zum sonstigen Verhalten eines kugelgelagerten Pendels fest, die sich mit Einsteins Gravitationskonzept nicht vereinbaren lassen. Bei der Finsternis von 1959 bestätigte sich die Abweichung: Während der Verdunkelung der Sonne durch den Mond drehte sich die Schwingungsebene des Pendels rückwärts. >>

Im Zuge der Löwe-Auslösung mit Sonne in Haus zehn kann dies als eine Infragestellung im Sinne des vom Zeichen Löwe repräsentierten unmittelbaren Erlebens verstanden werden, das mit der Relativitätstheorie entrechtet wurde.

In der Auslösung ein Jahr pro Grad, vom Aszendenten auf 14 Grad Krebs aus gerechnet, läuft Einstein zu diesem Zeitpunkt mit 76 Jahren zugleich über 28 Grad Widder, dem Punkt, der nach der Münchner Rhythmenlehre eine Saturn-Neptun-Charakteristik enthält. Das falsche Bestimmende einer Vorstellung von der vorausgesetzten Zeit, einer Zeit ohne Gestalt, beginnt hier zu erodieren.

 

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 Die Zeitmessung

 

 

 - Wie sollte das Fahrstuhlexperiment eine Fehlerhaftigkeit der Relativitätstheorie aufzeigen können?

Allein, indem man die zugrundeliegenden physikalischen Fakten und daraus folgernden Annahmen an den Ansprüchen einer philosophischen Weltsicht respektive des Erkennens der Gestalt misst?

Es sind schließlich unterschiedliche Erkenntnisbereiche mit unterschiedlichen Definitionen. Solche Begriffe wie „Zeit“ und „Raum“ haben in der klassischen Mechanik und auch in der Relativitätstheorie halt eine andere Bedeutung, als in der Philosophie, der Theologie oder der Astrologie.

 

- Es kann nicht darum gehen, Unstimmigkeiten der Relativitätstheorie nachzuweisen, indem die zugrundeliegenden Sachstände und Begriffe nicht mit einer philosophischen Weltsicht übereinstimmen, - das wäre ein äußerer herangetragener Maßstab. Vielmehr geht es darum, die inhaltliche Widersprüchlichkeit der Relativitätstheorie anhand der eigenen Aussagen und Voraussetzungen zu verdeutlichen.

Damit auch die Unstimmigkeiten einer vermeintlichen Erkenntnisgewinnung anhand der philosophischen Grundlagen der naturwissenschaftlich-methodologischen Erkenntnislehre überhaupt.

 

- Welche Unstimmigkeiten?

 

- Einer dieser grundlegenden erkenntnistheoretischen Widersprüche der Relativitätstheorie wurde von Wolfgang Döbereiner als auch von Henry Bergson benannt, nämlich, dass Zeit nicht experimentell ausgeschnitten werden kann, weil sie dann nur die Zeit eines Vorgangs misst.

Dies artikuliert die irrigen Voraussetzungen dieser Erkenntnislehre inhaltlich, in dem es sie zu Ende denkt.

 

- Ausgeschnitten, weil der exemplarische Fahrstuhlinsasse im schwerelosen All keine Geschichte hat?

 

- Hätte er eine Geschichte, eine Entwicklung, wüsste wie er dorthin gekommen ist und könnte selbstverständlich seinen Zustand von dem eines Fahrstuhlinsassen auf der Erde unterscheiden. Dieses Werden seines Zustandes aber blendet Einstein aus. Das Werden jedoch ist von der Zeit nicht zu trennen, es ist die Zeit. Indem Einstein den rein funktionalen Ablauf eines Vorgangs aus dem Werdenden heraustrennt, muss er Zeit als etwas Mechanisches, ohnehin Vorhandenes voraussetzen.

Diese irrige Grundlage der Relativitätstheorie betrifft damit auch die newtonsche Mechanik: Newton setzte einen absoluten Raum und eine absoluten Zeit als Container der Ereignisse als apriori voraus. Mit der Relativitätstheorie wurden Zeit und Raum zwar als Maß relativiert, aber nichtsdestotrotz als Behälter der Körper und Vorgänge vorausgesetzt. Sie werden bei Einstein nur auf das nunmehr absolute Maß der Lichtgeschwindigkeit hin verzerrt.

 

- Die vorausgesetzte Zeit als Behälter ist die logische Folgerung als auch die Voraussetzung einer Erkenntnislehre die anhand methodologischer Versuchsabläufe urteilt.

Diese müssen zwangsläufig Zeit ausschneiden oder separieren und damit gestaltlos machen.

 

- Das ist es, was das Experiment kennzeichnet. Es schließt die Begegnung aus. Versuchen Sie mal eine Frau kennenzulernen, indem Sie fragen, ob Sie sie experimentell beobachten dürfen.

 

- Die in der methodologischen Beobachtung ausgeschnittene Zeit kann ihren Ursprung nicht erklären, sie muss daher Zeit und Raum als apriori-Behälter voraussetzen. Als eine Ohnehin-Zeit in der quasi die Vorgänge passieren.

 

- Ein den Körpern und Ereignissen vorausgesetzter Raum impliziert jedoch eine Raum ohne Körper und Ereignisse. Da der Raum die Ausdehnung ist, wäre dies die Ausdehnung einer Ausdehnung, was sich begrifflich aufhebt. Ein solcher Raum ist nicht denkbar. Ebenso nicht eine Zeit ohne Ereignisse - die Dauer einer Dauer.

 

- Wenn nun Zeit für Einstein nur eine definierte Größe ist, die sich in definierten Messeinheiten nach definierten Methoden messen lässt, so betrifft das bereits den Kern des ontologischen Übergriffs: Denn diese Zeit ist keine Zeit mehr.

Sie ist ausgeschnitten und legt keine Rechenschaft über ihren Ursprung, über ihr Werden ab. Daraus gewonnene, eben methodologische Erkenntnisse sind selbstreferentiell und können sich nur im Rahmen methologischer Annahmen bestätigen, als auch nur methologische Produkte hervorbringen.

Das ist der Grund, warum das Fahrstuhlexperiment schon damals ein Raumschiffexperiment war und zur Veranschaulichung der Relativitätstheorie, so auch im Text des Max-Plank-Instituts, stets von Raumschiffen und Raumstationen geredet wird.

 

- Ein im Sinne der Gestaltwerdung verwendeter Begriff der Zeit ist ein anspruchsvolles Konzept,

dass sich erheblich von dem Verständnis der Zeit im alltagsweltlichen Sinne unterscheidet.

Dieses ist doch dem Zeitbegriff der klassischen Mechanik erheblich näher und geht davon aus, dass eine Uhr einfach so vor sich hin tickt, wenn auch subjektiv empfunden manches schneller und manches langsamer vorbeigeht. 

 

-  Es geht gerade darum, dem sinnlichen Erleben und der persönlichen Erfahrung zu ihrem Recht zu verhelfen. Und von der Vorstellung, die sich aufgrund der newtonschen Mechanik als auch der Relativitätstheorie über diese alltägliche Erfahrung der Zeit gestülpt hat, frei zu machen. Die unmittelbarste Erfahrung der Zeit ist eben nicht deren Messbarkeit,  sondern die des Werdens, des Tagwerdens am Morgen, des Nachtwerdens am Abend, des Werdens von Blüten im Frühling und Früchten im Herbst, des Erwachsenwerdens von Kindern und des eigenen Gewordenseins. Zeit bedeutet zu allererst Früher und Später und damit Innen und Aussen, denn es ist der Weg des Hervorbringens von Innen nach Aussen und der Begegnung. Das ist das, was in der Rhythmenlehre die Gestalt bedeutet, die Gegenwart des Begegnenden.

Daher sagt Wolfgang Döbereiner, die Relativitätstheorie sei "hirnrissig", "messen Sie eine Zeit im luftleeren Raum". Weil dieser mit der alltäglichen Erfahrung eben nichts zu tun hat.

 

- Die messbare Zeit der Astrologie ist seit der Antike, von den Babyloniern ausgehend, keineswegs eine neutrale, ausgeschnittene Zeit, sondern basiert auf den Zyklen des Werdens der Gestalten, sie ist nichts anderes als die rechnerische Prognose der Regelmäßigkeit der natürlichen Rhythmen.

Dies, indem der Merkur die Erscheinung des Saturns, der Zeit der Fügung, darstellt, mithin deren Merkmale und damit Regeln - aber ohne sich selber an die Stelle der Bestimmung der Zeit zu setzen.

Erst wenn man quasi den Merkur verselbständigt, die Regelung also die Bestimmung verdrängt, kommt es zur mechanischen Zeit. Descartes Anschauung des Universums als Ideale Maschine

Der Unterschied besteht darin, dass das mechanische Zeitverständnis die Zeit stets voraussetzen muss. Als Ohnehin-Zeit, als Behälter der Vorgänge im Sinne Newtons und Kants.

Dabei wird die Zeit von der Gestaltwerdung abgetrennt und aus sich selbst begründet, bzw. vorausgesetzt. Sie ist kein Werden mehr. Und das heißt, dass es keine Zeit mehr gibt. 

Thomas von  Aquin hat seinerzeit die Formulierung in der Genesis erklärt, wo es "Im Anfang" heißt: Mit dem Anfang entsteht die Zeit. Hieße es "Am Anfang", wäre der Anfang in einer bereits vorhandenen, vorausgesetzten Zeit. Dann aber wäre es nicht der Anfang. "Im Anfang" besagt: Durch den Anfang wird  Zeit.

 

- Die gemessene Zeit war bis zur Einführung der überregionalen Zeitzonen stets die Ortszeit, bestimmt durch die Rhythmen der Gestalt des Tages und des Jahres, sie artikulierte gleichsam nur deren Regelmäßigkeiten. Die Angabe 12 Uhr Mittag war definiert durch die Mittagshöhe der Sonne, wenn diese den Zenit überschritt. Ereignisdaten und auch Horoskope konnten seit Jahrtausenden auf dieser Basis erstellt werden. Hingegen ist ein Horoskop auf einer Raumstation kaum möglich.

 

- Es war ein Zeitverständnis dem bewusst war, dass die gemessene Zeit nur die Reflexion der Merkmale der Zeit der Gestalten darstellt. Der erste Schritt zu einem mechanistischen Zeitverständnis erfolgte, wie gesagt, in der Renaissance mit dem Einzug der Perspektive als die Vorstellung eines vorausgesetzten Raumes,  eine Entwicklung die nicht ohne Grund einherging mit dem Aufkommen der ersten mechanischen Uhrwerke. Aber auch diese waren, ähnlich wie die Astrolabien, noch Bilder der natürlichen Rhythmen. 

 

- Mit der Einführung der Zeitzonen hatte man die Zeitmessung dann erstmals von der Gestalt des Tages getrennt, der wahre Mittag, der Höchststand der Sonne, war nicht mehr um 12 Uhr, sondern je nach weiter östlichem oder westlichem Standort bis zu einer Stunde früher oder später.

Seit Oktober 1967 ist die Sekunde definierte durch atomare Frequenzen, fernab einer alltagssinnlichen Erfahrbarkeit. Allein dies ist ein Bild für sich: zu Zeiten der Ortszeitgültigkeit konnte jeder Einzelne seine Zeit am Höchststand der Sonne ausrichten. Heute ist er angewiesen auf die Zeitangaben des Staates.

 

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Textauszug

 

 

(C) Herbert Antonius Weiler