"Wenn wir uns Raumstationen vorstellen, die im ansonsten leeren Weltraum aneinander vorbeitreiben,..." .

 

"Einstein für Einsteiger" , Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik .

 


 

 

Einsteins Ruhm

 

 

Es war ein Artikel in der New York Times, der den deutschen Physiker Albert Einstein schlagartig zur Berühmtheit werden ließ. Heute gilt er als das Genie der Moderne, als der Inbegriff des wissenschaftlichen Genies schlechthin. Die von ihm entwickelte Relativitätstheorie und das mit ihr verbundene Weltbild werden mit Eifer verteidigt. Es erscheint als etablierte Basis jeglichen kosmologischen Verständnisses und des menschlichen Ortes. Die Welt als ein schwarzer Raum mit darin treibenden Sonnen und Planeten - eine Raumschiffwelt. Sie wird bereits von Grundschülern rezipiert: wenn sie ein Bild von der Zukunft zu malen sollen, werden meist Menschen in Raumschiffen dargestellt.

 

- "Wenn wir uns Raumstationen vorstellen, die im ansonsten leeren Weltraum aneinander vorbeitreiben, ..." . So beginnt unter dem Titel "Einstein für Einsteiger " ein Einführungstext auf der Web-Seite des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik. Es ist der grundlegende Denkfehler, dass man Bewegung, Zeit und Raum isolieren und auf einen Vorgang reduzieren könne, gestaltlos, ohne Weg und Werden. Eine Kritik, die als erster Henri Bergson formulierte.*

 

- Die Erklärungen zur Relativitätstheorie sind Manifeste der Ortlosigkeit. Die Welt wird als schwarzer Raum begriffen, in dem die Erde als Kugel ihre Bahnen zieht, sich um die Sonne drehend, mit dieser wiederum in einem galaktischen System kreisend mit angenommenen 100 Milliarden ähnlicher Sonnen, das wiederum eines von 100 Milliarden beobachtbaren Galaxien sein soll. 

 

-Der Name Albert Einsteins ist fast jedem bekannt. Ebenso der Begriff der von ihm entwickelten Relativitätstheorie. Sie heißt so, weil sie besagt, dass Raum und Zeit nicht absolut existieren, sondern relativ zum Bewegungszustand des Beobachters seien. Einstein schloss dies aus der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit. Daraus folgt unter anderem, dass die Zeit für ein schnell bewegtes System langsamer vergeht. So die Spezielle Relativitätstheorie. Die Allgemeine Relativitätstheorie erweitert dies und deutet die Gravitation nicht als eigenständige Kraft, sondern als identisch mit der Masseträgheit bei Beschleunigung – und in der Folge als eine Krümmung von Raum und Zeit. Das führt dazu, dass Uhren in Gravitationsfeldern langsamer laufen als in einer gravitationsfreien Umgebung und dass der Weg des Lichtes gekrümmt erscheint. So die Aussagen.

 

- Dabei sind die Sätze der Relativitätstheorie weder real erfahrbar noch erscheinen sie sinnlich nachvollziehbar. Dass Bewegung relativ sein kann, hat möglicherweise jeder schon einmal erlebt, wenn im Bahnhof der Zug auf dem Nebengleis anfuhr und man dachte, der eigene Zug habe sich in Bewegung gesetzt – oder umgekehrt. Auch davon, dass die Zeit in einem bewegten Objekt langsamer vergehen soll, hat man vermutlich schon gehört, allein ist es nicht anschaulich denkbar. Wie Einstein zu diesen Thesen kam, ist hingegen weniger bekannt – ebenso wenig wie die Gleichsetzung von Beschleunigung und Gravitation und die damit verbundene Raumkrümmung.

 

- Das Fahrstuhlexperiment war der Ausgangspunkt der Theorie. Ein gedankliches Konstrukt, anhand dessen Einstein die Vorstellung entwickelte, dass sich Gravitation und Beschleunigung fundamental nicht unterscheiden: Ein Mensch in einem stehenden Aufzug auf der Erde würde die Anziehungskraft in Richtung des Kabinenbodens nicht anders erfahren als ein Mensch in einem Aufzug, der im schwerelosen Weltraum nach oben beschleunigt wird. Er würde genau so in Richtung Boden gedrückt wie im Schwerefeld der Erde. Dann stellte sich Einstein vor, ein Schuss  - oder Lichtstrahl - würde quer durch die Wand des sich beschleunigenden Fahrstuhls gehen und an der gegenüberliegenden Wand wieder austreten. Ein außenstehender, ruhender Beobachter würde die Bahn der Kugel aufgrund seiner Position im Raum als gerade wahrnehmen.

Der Insasse des Fahrstuhls hingegen, dessen Boden sich der Schussbahn beschleunigt nähert, müsste die Bahn des Geschosses als gekrümmt wahrnehmen – vorausgesetzt, er könnte so scharf sehen.

 

- Einstein übertrug diesen Gedanken auf das Licht und schloss daraus, dass der Raum selbst durch das Schwerefeld von Körpern gekrümmt sei.

 

- Eine weitere Überlegung war die Frage, was während der Beschleunigung mit einem Geschoss geschehen würde, das vertikal vom Boden zur Decke fliegt. Da der Aufzug nach oben beschleunigt, weicht die Decke dem Geschoss permanent aus – der Weg erscheint gedehnt.

 

- Nun hatte es sich seit dem Michelson-Morley-Experiment als physikalisches Dogma ergeben, dass die Lichtgeschwindigkeit von nahezu 300.000 km/sec stets absolut konstant sei, unabhängig von der Bewegung der Objekte. Ein Lichtstrahl vom Scheinwerfer eines Autos, das mit 50 000 km/sec fährt, trifft auf ein entgegenkommendes Auto, das dieselbe Geschwindigkeit hat, eben wiederum nur mit 300.000 km/sec ein – und nicht etwa addiert mit 400.000 km/sec.

 

- Einstein zog daraus die mathematische Konsequenz, dass die Lichtgeschwindigkeit die absolute Konstante sei und Raum und Zeit sich relativ zu ihr verhalten. Im Falle des Aufzugs würde also nicht der Lichtstrahl langsamer, sondern die Zeit im Bereich des Bodens würde für den Beobachter an der Decke langsamer vergehen. Dies führte zum Gedanken der Zeitdilatation, nach der die Zeit selber in beschleunigten Systemen sowie in Gravitationsfeldern langsamer vergeht.

 

- In Schulbüchern wird dies gern anhand des Zwillingsparadoxons veranschaulicht: Ein Zwillingsbruder bleibt auf der Erde, während der andere einige Jahrzehnte mit einem schnellen Raumschiff unterwegs ist. Als er zurückkommt, ist sein Bruder mittlerweile 80 Jahre alt geworden, während für ihn selbst nur zehn Jahre vergangen sind – oder  ähnlich.

 

-Als eine Bestätigung der Relativitätstheorie gilt heute das Satellitennavigationssystem GPS. Da die Satelliten weiter entfernt vom Gravitationszentrum der Erde kreisen, müssen ihre Uhren die dort schneller vergehende Zeit ausgleichen. Jedoch wenden Kritiker ein, dass die Satellitenuhren ohnehin immer wieder nachjustiert werden müssten – etwa aufgrund des Sagnac-Effektes, nach dem die Lichtgeschwindigkeit in einem rotierenden System unterschiedlich ist, was dem Dogma von der konstanten Lichtgeschwindigkeit widerspricht. Von den Verteidigern der Relativitätstheorie wird dies freilich anhand der Zeitverzerrung der Relativitätstheorie begründet – also anhand genau jener These, die aus dem bestrittenen Dogma gefolgert wurde.

Dass man allerdings fünfzehn Jahre brauchte, um die Unstimmigkeit rechnerisch in Übereinstimmung zu bringen, erregte den Spott der Gegner. 

Jedoch zeigten sich in der Tat über die Jahrzehnte immer wieder einmal unterschiedliche Ergebnisse bei den Messungen der Lichtgeschwindigkeit. So ergaben in den 1920er Jahren eine Reihe von Messungen weltweit eine langsamere Lichtgeschwindigkeit, als sie noch zu Beginn des Jahrhunderts festgestellt worden war, was seitens der Verteidiger der Relativitätstheorie ignoriert oder auf Messfehler zurückgeführt wird.

Ein echter Zirkelschluss ist indes die Tatsache, dass man seit dem 20. Oktober 1983 den Meter anhand der Lichtgeschwindigkeit definiert. Das Dogma wird seitdem gleichsam durch sich selbst bewiesen. Es ist nicht mehr möglich, eine Schwankung der Lichtgeschwindigkeit nachzuweisen. Zumindest nicht in Metern.

 

 

"Die Unselbstverständlichkeit des Jetzt"

 

- Ein zentrales Resümee das man aus der Relativitätstheorie zog, war, neben der Kalenderweisheit, dass alles irgendwie relativ sei, die Aussage, dass es keine Gleichzeitigkeit gebe, diese sei im Grunde eine Täuschung. Denn da die Zeit im unteren Teil von Einsteins Aufzugs langsamer vergeht, ist es auf der Uhr an der Decke bereits zwölf Uhr, während die Uhr auf dem Boden erst fünf vor Zwölf anzeigt -  obwohl beim Start beide Uhren übereinstimmten. 

"Die Zerstörung des Jetzt" oder "Warum es im Universum keine allgemeine Gegenwart gibt" oder ähnlich lauten einige Titel von Texten, die Einsteins Wirken auf einen Nenner bringen wollen.

 

- Es ist die Zerstörung der Gegenwart und damit die der Gewissheit und persönlichen Vergewisserung des Einzelnen. 

Die Relativitätstheorie besagt letztlich, dass es kein gültiges sinnliches Erfahren gibt, nur die Absolutheit der Lichtgeschwindigkeit und die aus ihr abgeleiteten mathematischen Folgerungen. Die wiederum nur Experten zugänglich sind. Nur sie wissen um die Natur der Wirklichkeit, der Rest der Menschheit taumelt unsicher im Nebel. Letztlich eine geforderte Autoritätshörigkeit gegenüber der Diktatur der Experten.

 

- Ein Prozess, der bereits mit Galilei begann. Hannah Arendt wies darauf hin, der eigentliche Grund für den Streit mit der Kirche, sei seine Aufforderung gewesen, man müsse nur durchs Fernrohr schauen um sich von der Wahrheit der heliozentrischen Planetenbewegung zu überzeugen. Damit sei dem Menschen erstmals vermittelte worden, dass seine Sinne untauglich seien, die Wahrheit der Natur zu erfassen. Arendt zitiert dazu Heisenberg "Das Naturbild der modernen Physik, dessen Anfänge man bis auf Galilei zurückverfolgen kann, und das dadurch entstand, daß das Vermögen des menschlichen Sinnesapparats, Wirklichkeit zu vermitteln, in Frage gestellt wurde, zeigt uns schließlich ein Universum, von dem wir nicht mehr wissen, als daß es in bestimmter Weise unsere Meßinstrumente affiziert; und das, was wir von unseren Apparaten ablesen können, sagt über die wirklichen Eigenschaften,  nicht mehr aus, als eine Telephonnummer von dem aussagt, der sich meldet, wenn wir sie wählen." 

 

- Die Relativitätstheorie hat die Souveränität der Erkenntnisfähigkeit des Einzelnen endgültig entrechtet. Die fundamentale Natur der Wirklichkeit, so die Suggestion,  ist der Erkenntniskraft des einzelnen Menschen entzogen. Sie wird von einer technokratischen, mathematischen Elite verwaltet.

 

- Tatsächlich war genau dies der Tenor der Zeitungsmeldung vom 10. November 1919, die Einstein schlagartig berühmt machte und ihn zum Genie des Jahrhunderts werden ließ: Nur zwölf weise Männer auf der Welt würden die Relativitätstheorie überhaupt verstehen, hieß es da. Eine quasi-religiöse Hymne, mit der Einstein gleichsam als Jesus erschien.

 

- Der Artikel trug den Titel: "Lichter am Himmel alle verstellt / Sterne nicht dort, wo sie zu sein scheinen oder berechnet wurde, aber niemand muss sich Sorgen machen / Einsteins Theorie triumphiert / Ein Buch für zwölf weise Männer"

 

Titelzeile  des Artikels in der New York Times vom 10. November 1919, PDF des Originals

- Anlass waren die Fotos die der britische Astro-Physiker Arthur Eddington von der Sonnenfinsternis am 29. Mai 1919 gemacht hatte. Ein Teil der Aufnahmen entstand auf der westafrikanischen Insel Principe, ein anderer Teil in der Stadt Sobral in Brasilien. Die Finsternis war die Gelegenheit, das Licht von Sternen gleichsam an der Sonne vorbei fotografieren zu können. Der Theorie nach musste das Licht dieser Sterne durch die von der Sonne verursachte Raumkrümmung abgelenkt werden und ihre Position anders erscheinen, als sonst. Einige Monate später machte daher man Fotos von den gleichen Sternen bei nächtlichem Himmel.  Eddington  nahm die Aufnahmen mit nach England, wertete  sie dort aus und veröffentlichte die Ergebnisse am 6. November. Einige schienen die Theorie Einsteins zu bestätigen,  der größere Teil der Aufnahmen hingegen nicht. Da Eddington nur die bestätigenden Fotos vorlegte, warfen Kritiker ihm vor, ein willkürliches, offenbar gewünschtes Ergebnis zu zeigen. Eine Kritik, die bis heute anhält.

 

- Für die Meldung in der New York Times war der nähere Sachverhalt unbedeutend - es ging um die mehr oder weniger marktschreierische Proklamation, dass die Sinnesorgane ungeeignet seien, Wirklichkeit zu erfassen - nichts ist wie es scheint. Nur Einstein und seine zwölf Experten wissen um die Wahrheit der Welt. Raum und Zeit sind nicht wirklich erfahrbar. Und es gibt keine Gegenwart.

"Die Unselbstverständlichkeit des Jetzt" heißt es auf der webseite "einstein-online"

Albert Einstein, 14. März 1879, Ulm 11:07 Uhr GMT

- Die Relativierung und damit die Verhinderung der Gegenwart ist in Einsteins Horoskop gekennzeichnet durch den Mars im Steinbock in Haus sieben, beherrscht von Saturn in Konjunktion mit Merkur in Haus zehn. 

Eigentlich hat der Mars in sieben die Begegnung zu öffnen, hier ist er von Saturn-Merkur in Haus 10 beherrscht und holt zugleich diese Konstellation, da sie im Widder steht, ins siebte Haus: die Begegnung wird relativiert. 

Die Relativierung der Bestimmung der Gegenwart wird gemeinschaftlich verbindlich und zur öffentlichen Orientierung. Das ist die Hinterlassenschaft.

 

- Einstein war 40,6 Jahre alt, als der Artikel, der ihn weltberühmt machte, erschien. Dies unter der Auslösung der Jupiter-Uranus-Verbindung über den Wassermann, der im Uhrzeigersinn die Sieben-Jahres-Phase des siebten Hauses beherrscht.

 

"Lichter am Himmel alle verstellt", Artikel vom 10. November 1919 in der New York Times, Mittagshoroskop

- Im Mittagshoroskop der betreffenden Zeitungsmeldung ist der Jupiter in Haus sieben der Herrscher des Herbstverbundes. Er kommt aus dem Schützen im elften Haus und bringt daher eine neue Weltanschauung in die Öffentlichkeit.  Jupiter steht in Konjunktion mit Neptun im Löwen, was im siebten Haus darauf hindeutet, dass die durch das persönliche Erleben des Einzelnen entstehende Gegenwart öffentlich als nur scheinbar erklärt wird.

 

- In diesem Sinne schrieb Einstein 1955 in einem Kondolenzbrief an die Familie seines verstorbenen Freundes Michele Besso: „Für uns gläubige Physiker hat die Scheidung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur die Bedeutung einer, wenn auch hartnäckigen, Illusion.“

 

-  Die Formulierung erklärt letztlich das Erlebnis des Verlustes zur Täuschung . Der Schmerz wird nicht mehr zugelassen und es vermittelt sich eine Lähmung des Empfindens.

 

- Es zeigt sich darin die Schwüle der Verbindung von Jupiter und Neptun. Die Konstellation enthält nach der Münchner Rhythmenlehre die Lücke von Saturn und Uranus und ist die Folge eines nicht zugelassenen Bruchs, einer Unvereinbarkeit, die hier durch die Auflösung der Zeit wegerklärt wird.

 

 

 

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(C) Herbert Antonius Weiler, Juni 2026

 

 

 

„Die Relativitätstheorie liefert uns eine Zeit, die sich nicht mehr verringert oder vermehrt, eine Zeit, die nicht mehr fließt. Sie ist eine fixierte Zeit, ein fertiges Universum, in dem die Vergangenheit und die Zukunft wie in einem Raum nebeneinanderliegen. Aber das ist nicht die Zeit, die wir leben; das ist die tote Zeit der Geometrie.“

aus: "Dauer und Gleichzeitigkeit", Henri Bergson, 1922)

Bergson argumentiert, dass das, was die Relativitätstheorie als „Zeit“ misst, in Wahrheit eine Räumlichmachung der Zeit ist. Die echte, gelebte Gegenwart – die reine Dauer (durée\ pure) – wird in Einsteins mathematischem System für ungültig erklärt.