Der Wechsel der Gebetsrichtung

 

 

 

Als ein grundlegendes Datum des Islam gilt nach muslimischem Selbstverständnis die Hidschra, der Auszug des in seiner Heimatstadt Mekka angefeindeten Religionsgründers und seiner Anhänger aus der Stadt und seine Ankunft in Medina, sechzehn Tage später, wo ihn Freunde und weitere Anhängerschaft erwarteten.

Mit der Hidschra wird der Beginn der islamischen Zeitrechnung verbunden. Als Tag der Ankunft in Medina gilt nach islamischem Kalender der 12. Tag des Monats Rabi an awal, dies ist nach christlicher Zeitrechnung der 24. September 622.

Der erste Neumond nach der vorausgehenden Sonnenwende, die auf den 16. Juli fiel, definiert den ersten Tag des Monats Muharam und wird als der Beginn des islamischen Kalenders gerechnet.  Die darauf folgenden Jahre werden jeweils als n. H., nach Hidschra, bezeichnet. 

Im Jahre 8 nach der Hidschra kehrte der Religionsgründer mit einer Streitmacht zurück und eroberte seine Heimatstadt Mekka, deren Vertreter ihn einst vertrieben hatten, weil er sich, seinen Offenbarungen folgend, gegen die polytheistische Religion der arabischen Stämme gewandt hatte, deren Zentrum die Stadt Mekka mit der Kaaba bildete. Die Kaaba war ein quaderförmiges Gebäude, das neben anderen Kultobjekten den Schwarzen Stein barg, ein von den Arabern verehrtes Heiligtum, zu dem man alljährlich pilgerte. 

 

Nach der Eroberung Mekkas entfernte Mohamed die polytheistischen Götterbilder aus der Kaaba und beließ nur den Schwarzen Stein. Er vertrieb alle, die weiterhin den alten arabischen Religionen anhingen und sich ihm und seiner neuen Glaubensgemeinschaft nicht anschlossen, aus der Stadt, einschließlich der ansässigen Juden. Wenige Zeit darauf starb er, nachdem er zuvor noch die Kaaba zum nunmehr zentralen Heiligtum des Islam und zum allgemeinen Pilgerziel der Muslime erklärt hatte. 

 

Die neue Zeitrechnung mit dem Beginn der Zählung im Jahr der Hidschra war indes nicht von Mohammed selber eingeführt worden, sondern wurde erst einige Jahre nach seinem Tod von Kalif Omar installiert. Der Religionsgründer hatte lediglich im Jahre 10 n. H. den reinen Mondkalender zum verbindlichen Kalendersystem der Muslime erklärt. Er ersetzte den altarabischen Kalender, eine an das Sonnenjahr gebundene Zählung der Mondzyklen, der, wie andere lunisolare Kalender der Region, so der jüdische Kalender, auf die Babylonier zurückging. Im Jahre 632 führte er eine ausschließlich an den Mondzyklus gebundene Zählung ein. 

Dies hatte zur Folge, dass die Monate und Feste des neuen Kalenders künftig innerhalb von 33 Jahren einmal durch alle Jahreszeiten wanderten.

 

Die Beweggründe Mohameds werden von einigen gerne politisch interpretiert. Er war mit seinem prophetischen Anliegen beim mekkanischen Establishment auf Widerstand gestoßen und schließlich vertrieben worden. Diese Oberschicht Mekkas war zuständig für die Regelung der Schaltmonate des lunisolaren Kalenders. 

Im Unterschied zum durchlaufenden jüdischen Lunisolarkalender, der schon seit der Antike ein festes System von Schaltmonaten enthält, um das Sonnenjahr und die Zählung der Mondrunden in Übereinstimmung zu bringen, und der daher keiner zusätzlichen Regelung bedurfte, oblag die alljährliche Verwaltung des damaligen arabischen Kalenders von Mekka einer Sippe, die damit betraut war, Schalttage und Schaltmonate einzusetzen, um Mondzyklen und Sonnenjahr anzupassen, so, dass der Beginn des Mondjahres mit dem Frühlingsanfang begann und die jeweils 12 oder 13  Monate in die entsprechenden Jahreszeiten fielen. 

Als Mohamed Jahre nach seiner Vertreibung aus Mekka mit einer Streitmacht zurückkehrte und die Stadt eroberte, war die mit der Kalenderverwaltung verbundene alte Autorität der mekkanischen Oberschicht dahin; mit der Abschaffung des alten Kalendersystems war die Entmachtung besiegelt.

Jedoch dürfte das politische Motiv des von Mohamed eingeführten Verzichts auf die Schaltregelungen zweitrangig gewesen sein: Für ihn war, gemäß Koranvers 9:37, die Einsetzung von Schaltzeiten ein unzulässiger menschlicher Eingriff in eine von Gott gegebene Ordnung. Diese bestand für ihn in einer reinen Mondrundenzählung. 

Ohne Rücksicht auf Jahreszeiten sollten von nun an nur noch die Mondläufe kontinuierlich gezählt werden. 

Ein in der Kulturgeschichte einmaliger Vorgang, denn es entstand ein Kalender, der für die Landwirtschaft und alle anderen auf die Jahreszeiten angewiesenen Tätigkeitszyklen unbrauchbar war. Ein Kalender, der kaum mehr einen Zusammenhang mit dem irdischen Dasein hatte, der sich gleichsam nicht mehr auf den Menschen in der Zeit und auf der Erde bezog, dessen wiederkehrender Rhythmus nicht ein Jahr, sondern 33 Jahre betrug.

 

 

 

Mohameds Kalenderregelung ging zunächst nicht über die Abschaffung der Schaltmonate hinaus, sie bestand gleichsam nur in deren Ablehnung. 

Erst zehn Jahre nach seinem Tod brachte Kalif Omar die Anweisung Mohameds in ein System und schuf damit den für die Muslime bis heute gültigen islamischen Kalender. Die altarabischen Monatsnamen wurden dabei übernommen, jedoch entsprachen sie künftig nicht mehr den angestammten Jahreszeiten, sondern wanderten im 33-Jahres-Rhythmus einmal durch das Sonnenjahr.

Da die betreffenden islamischen Datumsangaben auf der 632 eingeführten neuen Zählung basieren, wurden sie damit nachträglich einem Kalendersystem zugeordnet, das zu ihrer Zeit noch nicht bestand, das aber dieselben Monatsnamen verwendete wie der altarabische Kalender.  Es gilt dabei die Frage, ob die mit der Kalenderänderung befassten islamischen Gelehrten die altarabischen Angaben umgerechnet haben auf die Daten des neuen Mondkalenders oder ob sie diese schlicht übernommen haben. 

Es finden sich auf diese Weise zwei unterschiedliche Zählungen der Ereignisse von Beginn der Hidschra bis zur Kalenderänderung. beide Zählungen dargestellt in der englischen Wikipedia zur Hegira >>. 

 

Einmal wird davon ausgegangen, dass die Ankunft in Medina am 24. September 622 war, in der anderen Version soll Mohamed am 2. Juli die Stadt erreicht haben.* Aus astrologischer Sicht dürfte der 24. September das zutreffende Datum sein, da mit dem Erreichen des Kardinalpunktes von 0° Waage und der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche ein Neuanfang verbunden ist, der der Anerkennung entspricht, welche dem Religionsgründer nunmehr zuteil wurde. Er kam hier in eine völlig neue Situation, die Entstehung seiner Anhängerschaft als Machtfaktor stimmt mit diesem Datum überein.

 

Ähnlich wie der Auszug der Hebräer aus Ägypten, der an den Iden, also am Vollmond, des ersten lunisolaren Monats im Frühling stattfand, am 14. Awiw, der später babylonisch Nissan genannt wurde, soll die Ankunft Mohameds und seiner Anhänger in Medina in der Mitte und damit an den Iden des Monats erfolgt sein. Hier allerdings im Herbst. 

Und ähnlich wie bei den Hebräern der Auszug aus der Ägyptischen Gefangenschaft zu einer Identitätsbildung als Volk wurde, erscheint auch die Hidschra und die mit ihr verbundene Absetzung von den polytheistischen Religionen der umliegenden arabischen Stämme mit der Bildung der neuen Gemeinschaft der Anhänger Mohameds verbunden.

Das ist der Grund, warum die islamische Zeitrechnung mit der Auswanderung aus Mekka beginnt.

 

Allein dürfte die Hidschra für Mohamed noch nicht als Gründung einer neuen Religion und einer damit verbundenen neuen Zeitrechnung gegolten haben. Tatsächlich verstand sich der Islamgründer zu dieser Zeit weniger als solcher denn als ein Prophet des Judentums wie auch des Christentums mit entsprechender Zuständigkeit. So war es selbstverständlich, dass er und seine Anhänger sich im Gebet nach Jerusalem wandten. Dies änderte sich erst, als die jüdischen Stämme von Yatrib, dem späteren Medina, seine Offenbarungen und seinen Anspruch zurückwiesen.  Es gab beredte Spötter auf Seiten der Juden, seine Glaubensgemeinschaft sei eine Nachahmung, erklärten sie ihm, Jerusalem sei die Stadt der Juden. Den jüdischen Dichter Kaʿb ibn al-Aschraf, der ein Spottgedicht auf ihn verfasst hatte, ließ Mohamed beseitigen. >>

In einer Offenbarung, die der Religionsgründer nach der Ablehnung durch die Juden erhalten haben soll, wird er angewiesen, sich künftig beim Gebet nicht mehr Jerusalem zuzuwenden, sondern von nun an der Kaaba in Mekka, dem alten Heiligtum der arabischen Stämme, das er später zum Heiligtum des Islam erklären wird. 

 

Auf diese Weise war zwar die Absetzung von den polytheistischen Religionen und die damit verbundene Flucht aus Mekka ein entscheidender Schritt in der Entwicklung des Islam,  aber erst mit der Abgrenzung  gegenüber Judentum und Christentum in Form des Wechsels der Gebetsrichtung, mit der fortan die Kaaba in Mekka zum Ort der Hinwendung erklärt wurde,  geschah die eigentliche Identitätsbildung der Glaubensgemeinschaft, die ansonsten vielleicht nur eine weitere innerhalb der jüdischen oder christlichen Konfessionen geblieben wäre.

In diesem Sinne stellt der Wechsel der Gebetsrichtung die eigentliche Geburt des Islam dar.

 

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Der Wechsel der Gebetsrichtung, der Quibla, soll stattgefunden haben im siebzehnten Monat nach der Ankunft in Medina. Die meisten Quellen datieren das Ereignis auf die Mitte des Monats Radschab im zweiten Jahre nach der Hidschra. Die Mitte des Monats kann freilich nicht als genaue Zeitangabe gelten. Man geht allgemein von den Tagen um den 15. Radschab im Jahre 2 n.H. aus. Da die islamische Monatszählung mit dem Neumond beginnt, sind mit der Angabe Mitte des Monats  aller Wahrscheinlichkeit nach wiederum die Iden gemeint, die Tage um Vollmond.  Dieser fand im Januar 624 am 14. Januar statt. Das entspricht dem 17. Radschab und damit dem siebzehnten Tag des siebzehnten Monats n. H. Eine ähnliche Betonung der Siebzehn, wie sie auch in der Bibel des öfteren in Verbindung mit einem neuen Anfang auftaucht. 153 Fische.

 

Im Unterschied zu etlichen anderen in den Schriften vorkommenden Datierungen werden beim Wechsel der Gebetsrichtung Angaben zur Tageszeit gemacht. Der Konsens geht davon aus, dass der Religionsgründer die später als Sure 2. 144*** bezeichneten Sentenzen beim Mittagsgebet erhielt: Er möge sich von nun an mit dem Gesicht in Richtung Mekka wenden. Und wo immer Muslime seien, da sollen sie mit dem Gesicht in diese Richtung beten.

Die Zeit des islamischen Mittagsgebets - Dhuhur, richtet sich stets nach dem wahren Mittag, also dem Höchststand der Sonne. Das Gebet soll beginnen, unmittelbar nachdem die Sonne den Zenit überschritten hat. Dann, wenn bei einem senkrecht in die Erde gestoßenen Stab der mittägliche Schatten sich wieder streckt. Von Seiten der islamischen Astrologen wird die Regel formuliert: Nachdem die Sonne eine drittel bis eine halbe Bogenminute den Mittagspunkt überschritten hat.  

 

Es zeigt sich, dass das Mittagshoroskop des 14. Januar 624 mit der Sonne auf 24 Grad Steinbock am MC und dem Stier am Aufgang dem Inhalt des Ereignisses entspricht - das Datum des Wechsels der Gebetsrichtung im Islam, mit dem die Verehrung der Kaaba und des darin befindlichen Schwarzen Steins zur konfessionellen Regel wurde.

 

Das Horoskop kann als eines der wesentlichen Entstehungshoroskope des Islam betrachtet werden. Während mit der Auswanderung aus Mekka die Separation vom polytheistischen arabischen Umfeld stattfand, kam es erst hier, mit dem Wechsel der Gebetsrichtung, im Selbstverständnis des Religionsgründers zu einer endgültigen Absetzung vom Judentum und damit auch vom Christentum. Mit der Hinwendung zur Kaaba wurde in diesem Sinne gleichsam ein eigenes religiöses Zentrum eingesetzt.

 

Wechsel der Gebetsrichtung, 14. Januar 624, Medina, 12:10 Uhr

 

 

 

Die Sonne mit 23,6 Grad im Steinbock auf der Himmelsmitte will mit dem Stier am Aufgang und dem Zeichen Fische als Beginn des Verbundes in Haus elf eine neue Form des gemeinschaftlichen Zusammenlebens bestimmend machen. Die Sonne im Quadrat zum Pluto in Haus Zwölf deutet an, dass hier das Subjekt zur Religion gemacht werden soll. Dem entspricht, dass sich sämtliche Vertreter des mundanen vierten Quadranten, der hier den Verbund bildet, in Haus Fünf befinden. Mars, Neptun und Uranus in Konjunktion auf 12 Grad Jungfrau und der Saturn auf 25 Grad Löwe weisen darauf hin, dass es hier um eine eine Heiligung und zugleich Auslöschung des Subjektiven geht, eine Versubjektivierung des Himmels, die mit dem Saturn in Haus Fünf im Löwen, im Spiegel zu Venus in Haus zehn, bestimmend für die Verhinderung des Lebens des Individuums im Sinne einer Kollektivierung wird. 

 

Die Hinwendung der neuen Gebetsrichtung ist angezeigt durch den Deszendenten im Skorpion, dessen Vertreter Pluto im zwölften Haus im Widder steht. 

 

Das Zeichen Widder mit dem Pluto ist dabei eingeschlossen und wird in der einen Richtung vom Zeichen Fische, in der anderen vom Stier beherrscht. Das ist die eingeschlossene Marsphase. Der Anfang des Individuums, das Subjekt, wird ins zwölfte Haus verdrängt, wo er zum kollektiven Zeichen wird. Hier fällt auf, dass Thomas Hobbes, der Propagandist des Leviathan als Bild der kollektivistischen staatlichen Zentralmacht, ebenfalls den Pluto im Widder in Haus zwölf hat. >>

 

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Die Verehrung meist unbearbeiteter Steine war in der altarabischen Religion eine gebräuchliche Praxis. Die Steine waren bestimmten Göttern zugeordnet. Sie wurden rituell umkreist, berührt und geküsst. Andere bewahrte man im Hause auf. Die Kaaba enthielt neben dem berühmten Schwarzen Stein, dem eine besondere Rolle zukam, auch andere Steine und Kultobjekte, bevor Mohamed diese entfernte.

 

Ursprünglich, so heißt es in den Legenden, soll der Schwarze Stein einmal weiß wie Milch gewesen sein. Bei der Vertreibung aus dem Paradies soll er dem Adam mitgeben oder ihm später zugesandt worden sein. Aufgrund der Sünden der Menschen sei er mit der Zeit dann schwarz geworden.

 

In den Korankommentaren des Ibn Dschabar, 641 -722, wird hingegen die Schwarzfärbung des Steins dem vorislamischen Brauch zugeschrieben, ihn mit dem Blut geopferter Tiere einzureiben.  

 

Nach der Islamisierung der Araber wurde die zuvor übliche Verehrung von Steinen nur noch dem Schwarzen Stein in der Kaaba zuteil. Seine besondere Stellung und Verehrungswürdigkeit war vom Religionsgründer durch den Wechsel der Gebetsrichtung etabliert worden.

 

 

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 - Obwohl die Legenden ihn als ursprünglich weiß beschreiben, erscheint der Kultstein in der Rezeption der muslimischen Tradition als der Schwarze Stein - al hadschar-ul-aswad. So seine Bezeichnung seit Jahrhunderten.

 

 - Damit ergibt sich, ähnlich dem Namen Karakorum - Schwarzer Fels , den Dschingis Khan einst seiner Residenzstadt verlieh, und ähnlich dem derzeit mächtigsten Investmentkonzern der Welt, Blackrock, der als heimliche  gobale Weltmacht tituliert wird, das Bild des Schwarzen Steins als Zeichen einer Vereinheitlichung im Kollektiv. >>

 

 - Dementsprechend steht auch der Gebetsrichtungswechsel des Religionsgründers des Islam, nach der künftig beim Gebet das Gesicht dem schwarzen Stein in der Kaaba in Mekka zuzuwenden sei, im Zeichen der Saturn-Pluto-Verbindung, hier durch Steinbock-Sonne im Quadrat zu Pluto gegeben. 

 

- Der Schwarze Rettich - Raphanus Sativa - gilt nach Wolfgang Döbereiner  als homöopathische Entsprechung  der Saturn-Pluto-Verbindung.

 

- Die Kaaba soll das erste erbaute Haus gewesen sein. Bei der Sintflut verfiel es. Von Ibrahim -Abraham und seinem Sohn Ismael  soll es wieder errichtet worden sein. Der Schwarze Stein, der aus dem Paradies stammt, wurde erst einige Generationen vor Mohamed von einem seiner Vorfahren aus dem Gebirge geholt und in der Kaaba plaziert. In dem Kubus befanden sich mehrere Kultobjekte, das bedeutendste soll seinerzeit eine Statue aus rotem Karneol gewesen sein, die den altarabischen Gott Hubal darstellte. Mohamed entfernte alles und machte den Schwarzen Stein zum alleinigen Kultobjekt. Er sollte von nun an das zentrale islamische Heiligtum sein.

Der Schwarze Stein war damit zum Symbol und Kultobjekt des spezifisch islamischen Monotheismus geworden. Kurz vor seinem Tod im Jahre 632 konsolidierte der Religionsgründer noch einmal den zentralen Status der Kaaba und legte die Verrichtungen fest, die mit der Verehrung verbunden sind. Danach soll jeder Angehörige des Islam, neben der täglichen Hinwendung in Form der Richtung des Gebets, einmal im Leben die große Pilgerfahrt, den Hadsch, zur Kaaba unternehmen. Dort soll er siebenmal gegen den Uhrzeigersinn den schwarz verhangenen Kubus umrunden.

 

- Jedes Jahr zur Zeit des Hadsch finden sich um die zwei Millionen Pilger ein, die sich auf dem Platz um die Kaaba versammeln. Sie umrunden den Kubus und versuchen, wenn möglich, den schwarzen Stein zu küssen oder zu berühren.

Die Zahl der Pilger nimmt von Jahr zu Jahr zu und stellt stetig wachsende Anforderungen an die Organisatoren und die Infrastruktur. Durch Vorfälle von Massenpanik oder Feuerunfälle kam es seit den 1990er Jahren etliche Male zu Katastrophen mit mehreren Tausend Todesopfern. Die Massenversammlung um die Kaaba gibt das Bild des Zentralismus schlechthin.

 

 - Gegen den Uhrzeigersinn? 

 

 - Vielleicht ein Hinweis, dass der Saturn nicht für die Bestimmung steht, sondern für das Phänomen, dass er also zum Schwarzen Stein wird, Zeichen der Regelung eines Kollektivs.

 

 - Die Einheit auf der falschen Ebene. Ein Monotheismus, in dem das Kollektiv vereinheitlicht wird. Die Einheit kann nur das Prinzip der Einzigkeit der Identität des Seienden sein - wie sie im Weg vom Zeichen Fische zum Wassermann entsteht und im Steinbock zum Ur-Teil, zur Bestimmung der Gestalt wird. Wird sie zu einem Zeichen gemacht, kommt es zu einer falschen, weil konkreten Vereinheitlichung. Die Einzigkeit wird zur Vereinheitlichung im Realen, sie wird konkret. 

 

  - Nicht ohne Grund lautet das Wort für Beton im englischen concrete. 

 

 - Einige vertreten die These, bei dem Schwarzen Stein könne es sich um einen Eisenmeteor handeln,  da er ja gemäß der Legenden vom Himmel gefallen sei. Das entspräche dem Pluto im Widder im zwölften Haus. Er wäre eisenhaltig, wie einige der Meteore. 

 

 - Meteor-Eisen - Ferrum siderenum gilt homöopathisch als Mittel bei Erschöpfungszuständen. 

 

- Vielleicht ist die Verehrung des Schwarzen Steins eine Form von Homöopathie. Ähnlich wie bei der Kupfernen Schlange, die Moses, von Gott beauftragt, in der Wüste aufrichten soll, um das Volk von den Bissen der feurigen Schlangen zu heilen.

 

- Rudolph Steiner führt an, der Islam habe den Impuls von Gondischapur abgelenkt und entschärft. Von der Akademie von Gondischapur in Persien sei damals ein mechanistisches Denken ausgegangen, das, wenn es ungebrochen auf die Menschheit eingewirkt hätte, zu einer kalten, allumfassenden Intellektualität geführt hätte, unter der schon im 12. Jahrhundert ein weltumspannender technokratischer Wissenschaftsstaat entstanden wäre. Der Kollektivismus wäre ungleich massiver gewesen. Die Welt schon damals als ein großes New York. >>

 

- Das Karakorum der Moderne.

 

- Durch die Entstehung des Islam sei, so Steiner, der Impuls von Gondischapur seiner Stringenz enthoben und ins Schwärmerische abgelenkt worden. Vielleicht wird in dem Schwarzen Kubus der Kaaba etwas zum Zeichen, wird konkret, so dass es im geistigen Bereich keine solche Wirkung mehr hat.

 

(...)

 

*Die Angaben des zurückgerechneten islamischen Kalenders für die Zeit der Hidschra unterscheiden sich um drei Monate vom damals gültigen lunisolaren altarabischen Kalender.  Der Monat Rabi an awal, auf dessen 12. Tag die Ankunft in Medina fällt, ist nach dem altarabischem System der dritte Monat nach Frühlingsanfang. Im Jahre 622, mit einem Jahresbeginn, bzw. 1. Muharam am 19. April, ist dies die Mondphase vom Juni bis zum Juli. Insofern wäre nach altarabischer Zählung die Ankunft am 2. Juli gewesen. Der Wechsel der Gebetsrichtung, siebzehn Monate später, fiele dann auf den 14. Oktober 623. Dies entspricht weitgehend dem geschichtswissenschaftlichen Konsens. Eine detaillierte Darstellung dieser Berechnung hier: http://www.nabkal.de/hidschra.html

Die Datumsangaben der islamischen Tradition gehen hingegen von einem 1. Muharam am 16. Juni aus und damit vom  24. September 622 als Ankunftstag. Und dementsprechend von einem Gebetsrichtungswechsel im Januar 624. Die astrologische Zuordnung der Daten spricht in beiden Fällen für die Richtigkeit der Angaben der islamischen Tradition



** Sure 2:144 'Wir sehen, dass du unschlüssig bist, wohin am Himmel du dich (beim Gebet) mit dem Gesicht wenden sollst.Darum wollen wir dich (jetzt) in eine Gebetrichtung weisen, mit der du gern einverstanden sein wirst: Wende dein Gesicht in Richtung der heiligen Kultstätte (in Mekka)!'

 



Textauszug

 

 

(C) Herbert Antonius Weiler