Wolfgang Döbereiner:

Diese Revolution war der Zusammenbruch der bedeutungslos gewordenen Gestalten und Formen, wodurch die gesamten Bedürfnisse und Zwecke bestimmungslos wurden. .... das heißt, die Herrscherhäuser, die Hierarchien waren nichts mehr wert und alle, die unselbständig waren, sind nicht mehr in ihrer Unselbständigkeit an eine Hierarchie gebunden gewesen, die aber, bedingt durch das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Hierarchie, vollständig gemacht hätte. ... Die Gestalten der Bedeutung wurden bedeutungslos und unselbstständig und als solche nicht mehr lebensfähig, weshalb dann die Sozial-Viren entstanden. ... Das heißt: die Viren leben dadurch, dass sie einen gesunden Organismus auf ihr Programm umprogrammieren, weil sie dann als Unselbstständige vom Selbstständigen leben können und das passiert seit der Französischen Revolution.                                                                                 Pichl, Juni 1990

 



 

 

 

Corona

 

Im Dezember des Jahres 2019 trat in China, in der Provinz Wuhan, eine neue Form der Lungenerkrankung auf. Sie unterschied sich im Verlauf von früheren ähnlichen Erkrankungen, die dem SARS-Virus zugeordnet wurden. Das Virus, so heißt es, gehöre zur Familie der Corona-Viren, die verschiedene Infekte der Atemwege verursachen können. Als SARS, die Abkürzung für  severe akute respiratory syndrome, wurde eine weltweite Infektionswelle im Jahre 2002 benannt. 

 

Dass man es nun mit einem neuartigen Erreger zu tun hatte, war erstmalig einem 33jährigen Arzt aufgefallen, der es im Internet seinen Kollegen mitteilte. Er wurde zunächst von den Behörden unter Strafandrohung zum Schweigen verpflichtet, da man ihn der Unruhestiftung bezichtigte. 

Im Verlauf der folgenden Tage stellte sich jedoch das Profil des neuen Erregers klar heraus und am

7. Januar 2020 gaben die chinesischen Behörden einen Namen für das neue Virus bekannt: 2019 nCoV, ein Kürzel für 2019 novel Corona Virus. Später wurde von einem internationalen Gremium der Name SARS-CoV2  vorgeschlagen, chinesische Virologen widersprachen dem jedoch, da der Unterschied zum SARS-Virus erheblich sei.

Von der Krankheit wurden, den Berichten der Medien zufolge, bis Anfang März etwa 80000 Menschen weltweit befallen, mehr als 3000 starben an der Infektion.  Auch der Arzt, der sie als Erster erkannt hatte, erlag ihr zwei Monate später.

Ende März wurde die Zahl der Erkrankten mit 730 000 angegeben und mit 34 000 die der Verstorbenen. 

Nicht lange nach Ausbruch und Bekanntgabe traten auch in Deutschland die ersten Infektionen mit Covid 19 auf, wie die durch das Virus bedingte Erkrankung offiziell bezeichnet wird.

 

Das Virus trägt allerdings keine Schuld, da es gar nicht existiert.  Ein Virus persistiert, wie Wolfgang Döbereiner einmal unterschied. Es ist nur eine Spiegelung, die zur Form geworden ist.

Er brachte die Zunahme der Virus-Erkrankungen mit der Aufklärung und mit der Französischen Revolution in Zusammenhang, weil damals die gewachsenen Hierarchien bestimmungslos wurden. Bis dahin konnte die Uneigenständigkeit in der Hierarchie von den ihr zugehörigen Individuen als Begrenzung erlebt und erlitten werden. Und dadurch die Entwicklung zu einer Eigenständigkeit möglich werden.

Mit der Zerstörung der gewachsenen feudalistischen Hierarchien, die bereits im Absolutismus begann, wurde die Uneigenständigkeit ortlos, es gab in der Welt den Zustand nicht mehr, wo sie erlebbar und damit zeitlich hätte werden können.

Und wo durch das Erleiden der Uneigenständigkeit in der Ausgeliefertheit an die Hierarchien die Entwicklung zur Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der Person möglich geworden wäre.

Stattdessen wurde sie im sozialen Kollektiv als Sachzwang anonymisiert und neutralisiert, sozial verteilt und damit im sozialen Anspruch ihrer Grenzen enthoben.  Die nicht erlebte Uneigenständigkeit musste auf diese Weise als Virus selber zur Form werden, 

 

Hat es eine Bewandtnis, wenn zwei der weltweiten und weltweit als bedrohlich empfundenen Virus-Epidemien in einem Land ausbrachen, dessen Bevölkerung nach einer Revolution seit 70 Jahren einem Programm des sozialen Kollektivismus ausgesetzt ist?

 

Das Virus ist kein existierendes Lebewesen, noch nicht einmal ein Parasit. Es ist nur ein vagabundierendes Programm, das sich einem Lebewesen, sofern dieses dafür prädestiniert ist, aufdiktieren kann und es seiner Funktion zu unterwerfen vermag.

Es ist die zur Form gewordene Bestimmungslosigkeit, die sich überall dort anhaften kann, wo die Bestimmung des Einzelnen, im Sinne seiner Eigenbewegung, verdrängt wird und durch die Neigung zur Fremdbestimmtheit ersetzt.

Die Uneigenständigkeit drückte sich früher in der Abhängigkeit  und Ausgeliefertheit gegenüber einer Autorität aus, die in der Hierarchie durch Personen vertreten und über diese erlebbar wurde.

Astrologisch entspricht dies der Ägyptischen Gefangenschaft; in der Münchner Rhythmenlehre die Saturn-Pluto-Verbindung, unter der eine Situation zur Krise wird, in der die eigene Bestimmung, der Saturn, in einer Fremdherrschaft, Pluto, nicht zugelassen ist.

In einer personalen Hierarchie haben Uneigenständigkeit, Ausgeliefertheit, Krise und mögliche Entwicklung zur Autonomie ihren Ort.

In einem Kollektiv, in dem gewachsene Hierarchien aufgehoben und durch soziale Regelung ersetzt wurden, muss die Uneigenständigkeit chronisch werden. 

Wird die Ausgeliefertheit nicht mehr als Leiden erlebt, sondern die Rolle der Unterwerfung in der Fremdbestimmtheit zur Identifizierung und damit zur Identitätslosigkeit, entspricht das der Rückseite von Saturn-Pluto in Form der Sonne-Merkur-Verbindung, der Hörigkeit. 

Dies ist das Bild des Virus, Merkur-Pluto, das eine Spiegelung der neutralisierten Uneigenständigkeit darstellt und möglicherweise ein Produkt ihrer ist. 

 

Als maßgebliches Datum der Corona-Epidemie kann die offizielle Bekanntgabe und Namensgebung  durch die chinesische Gesundheitsbehörde, mit Sitz in Peking, am 7. Januar 2020 gelten.

Im Mittagshoroskop befinden sich Sonne, Merkur, Saturn und Pluto in Konjunktion im Steinbock auf der Himmelsmitte, das Thema des staatlichen Kollektivzwangs und der Identitätslosigkeit sowie der Infektanfälligkeit verdeutlichend.

Viren sind bestimmungslos gewordene Zwecke - Saturn-Merkur - die zur Form geworden sind - Merkur-Pluto. 

 

Geht man in der Zeit zurück bis zur Gründung der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949,  so sind das 70,3 Jahre vor dem 7. Januar 2020.

Im Uhrzeigersinn wird in der Phase 77 bis 70 Jahre vor der Bekanntgabe des Virus das elfte Haus durchlaufen, das unter der Herrschaft des Zeichens Fische steht. Dessen Vertreter Neptun befindet sich in Haus zwölf kurz vor der Häuserachse. Neptun wird daher,  mit 77,3 Jahren vorher, beim Überlauf akut und sieben Jahre später nochmal als Auslösung, die gravierender ist, mit 70,3 Jahren vor dem Ereignis.

 

Das Zeichen Fische als Herrscher des Verbunds, aus Haus zwölf kommend, und sein Vertreter Neptun, ebenfalls in Haus zwölf,  bezeugen das im Kollektivzwang verdrängte Prinzip des eigenen Anfangs der Person. *

 

Mit dieser Konstellation im zwölften Haus soll etwas Neues in die Welt kommen.

Unter den Voraussetzungen der im Kollektiv verdrängten Bestimmung des Einzelnen ist es eine neuartige Virus-Krankheit.

 

Die kommunistische Revolution und Maos Ausrufung der Volksrepublik im Herbst 1949 erscheinen in der Geschichte Chinas nur aus zeitgenössischem Blickwinkel als Zäsur. Bereits das in der Selbstwahrnehmung wichtigste Ereignis der chinesischen Geschichte, die Begründung der ersten Dynastie im Jahre 221 v. Chr.  durch den späteren Kaiser Qin >>, der die Streitenden Reiche unterwarf und unter eine Zentralmacht zusammenschloss, stellte die Begründung des zentralistischen Beamtenstaats dar, der das spätere China auszeichnete. Ideologische Basis bildete die Philosophie des Legalismus, nach der das Kollektiv über dem Einzelnen steht, geprägt durch ein Regelwerk von Belohnung und Bestrafung. Die Ablehnung einer eher föderativen Gesellschaft und die Grundzüge des spezifisch chinesischen absolutistischen Staatswesens wurden durch Qin geschaffen.

So musste zum Zeichen werden, dass Qin den Drachen zum chinesischen Staatssymbol erklärte, der als chinesische Version des Frühlingszeichens Widder - wie auch später bei Thomas Hobbes der Leviathan>>  - für den zum Pluto gewordenen Mars steht: für den im Kollektiv verdrängten Anfang des Individuums und für die Durchsetzung der absolutistischen Zentralmacht.

Wenn der Mars als Rächer des Neptun im Sinne des Anfangs des Einzelnen im sozialen Geflecht nicht mehr zugelassen ist, muss er als Mars kollektiv erscheinen. Und damit zum Pluto werden. Das ist das Bild des Drachens. 

 

Angesichts der Neptun-Auslösung, die sich im Horoskop der Bekanntgabe des 2019 Novel Corona Virus mit der Staatsgründung der VR China deckt, stellt sich die Frage nach der geschichtlichen Zuordnung der Saturn-Pluto-Sonne-Merkur-Konjunktion am MC auf 16 Grad Steinbock, einem Mars-Saturn-Punkt, der Agression gegen die Bestimmung.

Die Himmelsmitte wird 63 Jahre vor dem Zeitpunkt des Horoskops, im Januar 1957, überlaufen. Im Orbis der angetroffenen Planetenverbindungen kam es seinerzeit  zur Kampagne gegen Rechtsabweichler, Das Regime hatte zuvor zu konstruktiver Kritik aufgefordert. Als diese geäußert wurde, ging sie der Partei jedoch zu weit. Vierhundert Kritiker wurden hingerichtet. Eine halbe Million Menschen wurden in Arbeitslager verschleppt.  Ein Jahr später, 1958, kam es zum berüchtigten Großen Sprung nach vorn , eine rigide Reglementierung der gesamten Landbevölkerung, die künftig in 26 000 Volkskollektiven zusammengefasst und militärisch strukturiert werden sollte. Ähnlich der Industrie sollte die Landwirtschaft eine Produktionsschlacht  betreiben. Unsachgemäße Forderungen und Vorgaben, zwangsläufig falsche Planung, dadurch bedingtes Chaos führten, verstärkt durch Unwetter, in der Folge zu einer Hungersnot, an der in China in den Jahren 1960 bis 1962 etwa 30 Millionen Menschen verhungerten.

 

Mit diesen beiden Kampagnen, die rhythmisch durch die Stellung von Saturn, Pluto, Merkur und Sonne im Steinbock am MC  des Mittagshoroskops der offiziellen Bekanntgabe des Neuen Corona Virus repräsentiert sind, hatte sich der Zwang des Systems erstmals in unverhohlener Weise gezeigt.

Von den damaligen Massenmorden, Internierungen und Zwangsmaßnahmen ging ein Schock für die Bevölkerung aus. Danach war klar, dass das System keine Eigenständigkeit und keinen Widerspruch duldet. Das Virus erweist sich als eine Auswirkung.

 

Insofern bestätigt sich der Staat durch sich selber, indem Regelungen und Zwangsmaßnahmen der Ausbreitung des Virus entgegenwirken sollen. So etwa, wenn Politiker äußern, dass gerade der starke Staat sich angesichts der Pandemie bewähre.

Dementsprechend der Tenor im Öffentlich Rechtlichen Rundfunk. So urteilt eine Auswertung zur "medialen Konstruktion Deutschlands"  in der Corona-Krise:

Dass jedoch die Maßnahmen an sich – unabhängig von der jeweiligen Ausgestaltung – insgesamt zielführend sind, wird implizit vorausgesetzt, entsprechend lässt sich die wiederholte Kritik an den zerstückelten Regulatorien der Bundesländer als Wunsch nach einem starken Staat lesen. Selten werden dagegen grundsätzliche Fragen der Angemessenheit und Effizienz der Regelsysteme verhandelt. 

Die Verengung der Welt  Zur medialen Konstruktion Deutschlands unter Covid-19 anhand der Formate ARD Extra -Die Coronalage und ZDF Spezial >>

 

Der britische Historiker David Runciman bringt dies auf den Punkt, indem er, Hobbes Leviathan zitierend, feststellt, die Corona-Krise bedeute nicht etwa die Aufhebung der Politik, sondern lege ihre Rohstrukturen frei, nämlich die Leute zum Gehorsam zu zwingen, bei Anwendung der Zwangsmaßnahmen, die der Staat zur Verfügung hat.

Da andernfalls der Zusammenbruch der Politik überhaupt bevorstünde. 

 („Either people are forced to obey, using the coercive powers the state has at its disposal. Or politics breaks down altogether...“) >>

 

Das Virus kann als Programminformation nur dort gefährlich werden, wo die Übereinkunftsbezeugungen des Kollektivs reproduziert und übertragen werden. Wo die Uneigenständigkeit nicht mehr als Krise erlebt wird, sondern gemütlich wurde in der Fremdbesetzung. 

 

 

 

 

                                                                                        ---

 

Die Namensfindung für das neue Virus ist durch den Uranus am Aszendenten angezeigt. 

Die Bezeichnung Corona betrifft die gesamte Gattung der Corona-Viren, die schon seit Mitte der 1960er Jahre bekannt sind. Auch die SARS-Epidemie war eine Corona-Epidemie.

Umso merkwürdiger erscheint es, wenn das Wort Corona erst jetzt zum Synonym für gezielt dieses Virus und diese Erkrankung wird.

 

Auch das Bild des Virus, der wie eine explodierende, von einem Kranz von Protuberanzen umgebene Sonne ausschaut, eine gespickte Kugel, ist allüber präsent.

Das Wort Corona kommt über das Lateinische aus dem Griechischen und  bedeutet Kranz.

Als Bekränzung der Cäsaren wurde daraus später die Krone der Könige.

Der Kranz bezieht sich auf die Peripherie, damit auf den Uranus, bzw. auf das Verhältnis von

Peripherie und Zentrum, wie es in der Phase des Wassermanns entsteht.

Uranus in Haus eins im Stier am Aszendenten der Tagesmitte der Corona-Namensgebung deutet an, dass die Entwicklung dieser Polarität - und damit der Unterschiede generell -  nicht zugelassen ist. Der Einzelne kann im Kollektiv nicht König seines Lebens sein.

Bild und Name des Corona-Virus erscheinen auf diese Weise als Zeichen des verdrängten Uranus und damit der Entpolarisierung und der Aufhebung der Unterschiede. 

So ist es der Uranus, der im, mit merkwürdiger Beharrlichkeit präsentierten Bild des Virus als Feind deklariert wird.

Hier trifft es sich, dass drei Monate vor Auftreten des Virus die 70-Jahr-Feier der Volksrepublik-China stattfand. In der rhythmischen Auslösung vor dem Ereignis fällt dies mit dem Überlauf des Uranus im Stier kurz vor dem Aszendenten zusammen.

Die verdrängte Polarität erscheint in der Folge als Zusammenbruch der Sozialsysteme.

 

Im Spiegel zum Mond, der ebenfalls in Haus eins steht,  entspricht der Uranus der Berührungsangst und dem Reglement der Desinfizierens, das durch die Epidemie alltäglich wurde.

 

 

 

 

 

 

                                                                                      ***

 

**Der Leviathan / Th. Hobbes >>

 

Kaiser Qin und Corona >>

 

 

 

 

*Bestätigt wird dies durch den Aufgang im Widder, auf 28 Grad mit Saturn-Neptun-Charakteristik und dem Mars im achten Haus auf 2 Grad Schütze mit der Mars-Pluto- und Merkur-Pluto-Charakteristik, damit den Zwang zur Vereinheitlichung angebend.

Zur Zeit der Auslösung des Mars, um das Jahr 1971, wurde das Zerwürfnis mit der Sowjetunion akut und das Regime suchte die Annäherung an den Erzfeind, die USA, was zum Besuch Nixons führte. Das entspricht der Stellung des Mars im Schützen, bzw. der Mars-Jupiter-Konstellation als Kompensation über den Starken Partner.

Die Mars-Mond-Opposition weist zudem auf einen Streit im eigenen Haus hin: Ein Staatsstreich war vereitelt worden, sein Initiator Lin Biao, ein alter Weggefährte Maos und hoher Regierungsfunktionär, versuchte mit einem Flugzeug in die UDSSR zu fliehen, stürzte aber mit seiner Familie über der mongolischen Wüste ab. Ein bis heute, abseits der offiziellen Verlautbarungen, ungeklärtes Ereignis in der jüngsten Geschichte Chinas.

Zur Niederschlagung eines Aufstands auf dem Tian'anmen-Platz kam es 1976, zwei Jahre vor Phasen-Ende unter Auslösung von Pluto-Saturn über den Skorpion im siebten Haus.

Auf dem selben Platz wurde 1989 wiederum ein Aufstand mit militärischer Gewalt niedergeschlagen, ebenfalls unter Pluto-Saturn-Auslösung über die Merkur-Verbindung und Jungfrau als Herrscher der Sieben-Jahres-Phase von 35 bis 28 Jahre vor dem Ereignis.

 

 

                                                                                                                    ---

 

 

Systematik und Punkte nach der Münchner Rhythmenlehre.






© Herbert Weiler, April 2017