Cordyceps

 

 

 

Nachdem das britische Fernsehen im Jahre 2006 einen Dokumentarbericht über den Ameisen-Zombie-Pilz sendete, ist die Pilzgattung Cordyceps zu einer öffentlichen Erzählung geworden. Das Thema taucht seither gelegentlich in den Medien auf. Cordyceps befällt Insekten und vermag deren Verhalten zu steuern, im Falle der betroffenen Ameisen auf erstaunlich differenzierte Weise.

Eine Musikgruppe nannte sich Cordyceps, ein Computerspiel entstand ("The Last of Us"), Dokumentarfilmer widmeten sich dem Thema und Fernsehautoren ließen sich von der Dramaturgie der Wirkungsweise des Pilzes und dem Verhalten seiner Opfer zu Zombie-Serien inspirieren. 

 

Der Ameisen-Zombie-Pilz, Ophiocordyceps unilateralis  ist der Spektakulärste unter den Cordyceps-Arten. Seine Sporen heften sich an den Chitinpanzer der Zimmermanns-Ameisen, deren Habitat sich im Baumkronenbereich tropischer Wälder befindet, wo es sonnig und trocken ist. Aus gutem Grunde, denn der feuchte Schattenbereich des Unterholzes bildet das Biotop des Pilzes. Kommt eine Ameise mit den Sporen in Kontakt und diese bleiben an ihrem Chitinpanzer haften, so können sie einen Mycelfaden bilden, der in das Gehirn der Ameise vordringt und von nun an ihr Verhalten diktiert.

Sie beginnt mit ungelenken aber trotzdem zielgerichteten Bewegungen den Baumkronenbereich zu verlassen und den Stamm hinab zu klettern, zum dunklen und feuchten Wurzelbereich, wo sich dem Pilz die geeigneten Lebensbedingungen bieten. 

Dort sucht die infizierte Ameise stets der Nordseite eines Blattes auf und beißt sich an der Hauptader fest. Dann schüttet der Pilz ein Gift aus, dass die Ameise tötet. Der Kadaver dient nun als Substrat des Pilzes.

Aus dem Kopf wächst am Ende der Fruchtkörperstiel. Bei Reife verstreut dieser seine Sporen im Umkreis - künftig ein tödliches Terrain für die Ameisen. Es lassen sich große Blätter mit bis zu Hundert solcher Ameisenkadaver finden, aus denen jeweils ein Fruchtkörperstiel wächst, Ameisenfriedhöfe werden solche Fundorte von den Ansässigen genannt.

 

In der Film-Dokumentation der BBC von 2006 kann man die sichtbar fremdgesteuert-taumelnden Bewegungen erkennen, mit der die Ameisen sich den Stamm hinab wenden, nachdem der Pilz ihr Gehirn infiltriert hat. >>

 

Die Pilzgattung Cordyceps gehört zu den mutterkornverwandten Pilzen, den Clavicipitaceae.

Diese befallen parasitär Pflanzen und Insekten. Der Namensgeber, das Mutterkorn, Claviceps, parasitiert den Roggen. Bei Befall bildet sich ein schwarz-braunes Korn an der Roggenähre. Der Genuss des infizierten Getreides führt zu Krämpfen, Halluzinationen und zu Gefäßverengungen bis hin zum Absterben der Glieder. Erst im siebzehnten Jahrhundert erkannte man den Zusammenhang, aber noch bis ins 19. Jahrhundert traten immer wieder epidemieartige Vergiftungen mit Todesopfern durch den Genuss von mutterkornverseuchtem Roggenbrot auf. Antoniusfeuer oder ignis sacer wurde die Krankheit im Mittelalter genannt. Der Antoniter-Orden hatte sich einst der Pflege und Betreuung der am Mutterkorn Erkrankten gewidmet. Matthias Grunewald malte für die Ordensbrüder die Versuchung des Heiligen Antonius, ein Triptychon im Isenheimer Altar, das den Heiligen darstellt, wie er in der Wüste von Dämonen gequält wird. Das Bild entsprach den Halluzinationen und Krämpfen, von denen die Erkrankten heimgesucht wurden. In einer bestimmten Phase der Krankheit klappte man den ansonsten verborgenen Innenteil des Altars auf und zeigte den Geplagten die Versuchung des Heiligen Antonius. Es soll beruhigend auf sie gewirkt haben. Eine Form der Homöopathie.

 

 

Der Mutterkorn-Pilz bildet die Basis der Droge LSD, des Lysergsäurediäthylamids, von dem sich sagen läßt, dass es gewissermaßen die Entstehung des Internets gesteuert hat. 

Bereits einige Jahre zuvor entwickelt, wurde erst im  Jahre 1943 mit dem Selbstversuch des Erfinders das psychogene Potential der Droge entdeckt.

Etwa 25 Jahre später, im Jahre 1967 geriet es im Zuge der Hippie-Bewegung zur Kultdroge an der kalifornischen Westküste. Der LSD-Kult bildete nicht nur das Biotop der Psychedelischen Kunst sondern auch das, der digitalen Revolution, deren Firmen nahezu ausnahmslos an der kalifornischen Westküste starteten.

Hoffmanns Selbsversuch, Basel, 19. April 1943, 16:20 Uhr


Wortführer des LSD-Kults beriefen sich auf die Korrespondenz von LSD und digitaler Welt.

So etwa Timothy Leary, der die digitale Sphäre als das bessere LSD bezeichnete. Seit einigen Jahren hat sich in der Entwicklerszene das Microdosing, der Genuss von LSD-Mikrodosen etabliert, die den Tag über ähnlich wie Kaffee konsumiert werden.

 

Bei Versuchen mit LSD hatte sich einst eine spezifische verhaltensverändernde Wirkung auf Spinnen bemerkbar gemacht: Ein Spinnenforscher verabreichte den Arachniden verschiedene Drogen; neben Coffein, Amphetaminen und Cannabis auch LSD. Alle Drogen, insbesondere Coffein, hatten zur Folge, dass die Netze der Spinnen nachlässig oder chaotisch ausfielen. LSD zeigte die gegenteilige Wirkung: Die Spinnen woben Netze von nie beobachteter Präzision. Bei höheren Dosen entstanden schließlich Gewebe von einer so komplexen Differenziertheit, dass sie den Forscher, wie er später kundtat, an die Exponate der psychedelischen Kunst von der kalifornischen Westküste erinnerten. LSD und Internet >>

 

 

Die dem Mutterkorn verwandte Gattung Cordyceps ist, wie sich zeigte, schon sehr lange in der Lage, das Verhalten von Gliederfüssern zu beinflussen und sie einer parasitären Fremdsteuerung zu unterwerfen. Die spezifischen Bißspuren, mit denen sich die infizierte Zimmermanns-Ameise an einer Blattader festbeißt, konnten auf fossilen Pflanzen nachgewiesen werden: Bereits vor 48 Millionen Jahren hatte Cordyceps diese Ameisen angegriffen und in Zombies verwandelt.

 

Im Jahre 2014 vermochte eine Forschergruppe erstmals einen Teil jener Substanzen zu bestimmen, die Ophiocordyceps unilateralis einsetzt, um die einzelne Ameise zu okkupieren.

Es stellte sich heraus, dass der Pilz eine Verhaltenssteuerung nur bei jenen Ameisen hervorrufen kann, die dem gleichen Habitat entstammen. Der Pilz entwickelte offenbar einen jeweils abgestimmten Cocktail. Nur die ansässigen Zimmermanns-Ameisen, Camponotus leonardi, reagierten auf die Pilz-Substanz indem die Individuen sich in fremdgesteuerte Zombies verwandelten. Andere Ameisen starben sofort. 

Zwei neuronale Botenstoffe, Guanidinobuttersäure und Sphingosin, die auf das Zentralnervensystem wirken, wurden identifiziert. Wie der Pilz des weiteren eine derart differenzierte Verhaltenssteuerung bewirkt bleibt jedoch unbekannt. 

Allein stellt eine Veröffentlichung dieser Studie ein markantes Datum zum Thema Cordyceps dar:

Im englischsprachigen Online-Magazin LiveScience  ist der Artikel mit dem Titel „Zombie Fungus Enslaves Only Its Favorite Ant Brains“ >> , in dem über die Forschungsergebnisse berichtet wird, mit der Uhrzeit seiner Einstellung versehen: September 9, 2014, 07:23 am, ET, New York 

 

Es fällt auf, dass das Achsenkreuz identisch ist mit der Entdeckung der LSD-Wirkung durch Hoffmanns Selbstversuch im Jahre 1943. Auch dort ist der Aufgang auf 26 Jungfrau und die Mittagshöhe auf 26 Zwillinge. Das Thema des Pilzgeflechts, mit der Neptun-Venus-Charakteristik am AC und der veränderten Wahrnehmung als Erwirktes mit der Neptun-Merkur-Charakteristik auf 26 Zwillinge am MC ist hier offenbar gleichermaßen gegeben.

 

Die Sonne im Zeichen Jungfrau im zwölften Haus will, mit dem Aufgang ebenfalls in der Jungfrau, bislang Verborgenes analysieren und mittels der Beobachtung zugänglich und artikulierbar machen. Mit dem Merkur in der Waage in Haus eins wird diese Artikulation in Form des Berichts im Wissenschaftsmagazin dem Bewußtsein der Öffentlichkeit präsent gemacht. 

Die Merkur-Pluto-Verbindung, die Programmierer-Konstellation, stellt heraus, dass es um eine Fremdsteuerung geht, indem die Ameise zur Funktion einer fremden Identität wird, dies im Sinne des Titels, der von einer Versklavung des Ameisengehirns durch den Pilz spricht. 

Dies bedeutet, ähnlich wie im Falle des LSD, nicht den Ausfall sondern die Okkupation des Bewußtseins.

Es ist die Welt am Draht.

 

Das Thema des Internets, als kollektivistisches, pilzartiges Geflecht der Infomationsübertragung und des davon ausgehenden Zwangs, zeigt sich, wie schon im Falle des Horoskops der LSD-Entdeckung oder dem des durch Pilzbefall verursachten Welkens der Eschen >>, auch in den zeitlichen Auslösungen des Horoskops dieser Cordyceps-Veröffentlichung von 2014: Die Herausgabe des html-Codes und der damit verbundene Start des WorldWideWeb im Jahre 1991 steht exakt unter der Auslösung des Pluto im Steinbock im vierten Haus im 23. Jahr vor dem Erscheinen des Artikels.

Der Beginn des Ausbaus eines neuen Mobilfunk-Netzes im Jahre 2018, dem 5-G-Netz, mit der eine, gegenüber dem vorherigen Standard zweihundertfache Datenmenge geschleust werden kann, etwa um selbstfahrende Autos oder miteinander kommunizierende Maschinen zu ermöglichen, fällt, vier Jahre nach der Veröffentlichung, ebenfalls unter die Auslösung des Merkur-Pluto.

 

Der Herrscher des Sommerverbundes, das Zeichen Krebs in Haus zehn, zeigt mit dem Mond in Haus sechs eine Bedrohungserwartung über das Kognitive an, die bestimmend wird. Der Mond im Zeichen Fische, dessen Herrscher Neptun ebenfalls in Haus sechs steht, weist auf eine damit verbundene Lähmung der Wahrnehmung hin. Der Neptun in Opposition zur Venus in Haus zwölf zeigt das unsichtbare Pilzgeflecht an.

Es findet sich, dass der Film Welt am Draht  von 1973, in dem es im Sinne dieser Bedrohungserwartung um das Thema einer computer-erzeugten Scheinwelt und einer digitalen, nur scheinbaren Identität geht, 41 Jahre vor dieser Veröffentlichung entstand, damit exakt mit der Auslösung des Mondes im sechsten Haus.

 

Auffällig ist, dass alle Planeten des Verbundes in Verbindung mit dem Pluto stehen, Sonne und Mond im Spiegel zu Pluto, Merkur im Quadrat, kennzeichnend dass damit die Fremdbestimmung im Sinne von Merkur-Pluto,  in Beginn, Durchführung und Ergebnis gegeben ist.  Es ist die Konstellation, die in allen Horoskopen des Internets auftaucht.    Auslösungen und Systematik nach der Münchner Rhythmenlehre, pro Haus sieben Jahre

Wenn bei den von Cordyceps infizierten Ameisen, mit gelähmter Wahrnehmung, vom Ameisen-Zombie-Pilz gesprochen wird, so taucht der Zombie-Begriff nicht ohne Grund im Zusammenhang mit dem mobilfunkvernetzten Internet-Mycel auf.

So, wenn ins Smartphone vertiefte Fußgänger, mit belegter Wahrnehmung Smartphone-Zombies


genannt werden, zu deren Schutz schon eigene Verkehrsschilder aufgestellt wurden.

 

 

Die unterschiedlichen Arten von Cordyceps haben sich auf verschiedene Spezies aus den Reihen der Gliederfüsser als Opfer spezialisiert. 

Bekannt und relativ unkompliziert erhältlich ist Cordyceps Sinensis, der chinesische Raupenpilz. Diese Art infiziert Raupen und veranlasst sie, sich im Winter weniger tief einzugraben und in bestimmter Weise aufzurichten. In dieser Haltung befällt er nach und nach die Innereien der Raupe, bis das Mycel die gesamte Hülle ausfüllt. Die Raupenhülle mit dem am Kopf ausgetretenen Pilz ist das was von der Raupe übrigbleibt.

Seit dem 12 Jahrhundert werden die getrockneten Raupenhüllen mit dem Pilz in der tibetischen und chinesischen Medizin als Vitalisierungsmittel verabreicht.

Es zeigt sich hier das Phänomen, dass die Nachfrage seit Beginn der 1990er Jahre ausserordentlich gestiegen ist. 


Für das Kilo, das umgerechnet ehemals 9 Euro gekostet haben soll, werden heute 3000 bis 5000 Euro bezahlt. Wohl auch, weil sich etliche chinesiche Sportler während der Olympiade von 1992 zu der Einnahme  von Cordyceps Sinensis bekannten. 

 

Die Steuerung des Insekts scheint beim Chinesischen Raupenpilz weniger differenziert auszufallen, als beim Ameisen-Zombie-Pilz,  wo das Mycel sich der Aufgabe widmet, die befallene Ameise aus ihrem Lebensbereich in den Baumkronen hinaus und ins untere, feuchte Blattwerk zu manövrieren, da der Pilz nur dort gedeihen und sich fortpflanzen kann.

Hier gräbt sich die infizierte Raupe lediglich in geringerer Tiefe ein um sich schließlich in einer ihr unnatürlichen Haltung aufzurichten.

Nichtdestotrotz wendet Cordyceps dabei die gleichen Mittel an, wie bei der Ameise: die Versklavung  des Gehirns.

 

In der homöopathischen Aufbereitung D 30 zeigt der Raupenpilz Cordyceps Sinensis im Sinne des homöopathischen Umkehreffekts eine deutliche Wirkung. 

 

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(C) Herbert Antonius Weiler, 2019