Im derzeitigen Konflikt um die Zugehörigkeit der Ukraine zur russischen oder zur us-amerikanischen Hegemenonie, scheint Deutschland in einer besonderen Weise im Spannungsfeld zu stehen.

Es Vorwürfe einer unangemessenen Annäherung an Russland,  der russischen Invasion der Ukraine wird

Sindbads und der Alte des Meeres

 

 

Die Abenteuer Sindbad des Seefahrers bestehen aus einer Folge von Erzählungen innerhalb der arabischen Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Ursprünglich haben sie jedoch nicht zu dieser Sammlung gehört, vielmehr stellen sie wohl eine Bündelung von tradierten Sagen und Erzählungen dar, wie  sie im Zusammenhang mit Seefahrten, Schiffbrüchen und unbekannten Inseln bei den Seefahrern und Kaufleuten des mittleren Ostens aufgekommen sein dürften. Einige Elemente lassen den Einfluss der griechischen Erzählung von den Irrfahrten des Odysseus erkennen, so etwa, wenn Sindbad mit seinen Reisegefährten von einem Riesen in einer Höhle gefangen gehalten wird und dieser jeden Tag einen von ihnen aussucht um ihn zu fressen. Wie Odysseus in der Höhle des Zyklopen kommt der Protagonist auf den Einfall den Riesen zu blenden und kann so entkommen.

Der Name Sindbads soll aus dem Persischen stammen und sich auf das Land Sindh im Mündungsgebiet des Indus beziehen.

Sindbad lebt als erfolgfreicher Kaufmann in Bagdad. Einem Lastenträger, der auch Sindbad heisst, erzählt er von seinen sieben Seereisen. Oft erlitt er Schiffbruch und überlebte als Einziger, dabei immer wieder in neue Abenteuer gelangend

Einmal ankerte sein Schiff vor einer Insel, an der alle an Land gehen. Tatsächlich handelt es sich aber um den Rücken eines großen Fisches, der sich nun in Bewegung setzt. Nur Sindbad rettet sich vor dem Ertrinken, indem er sich an ein Brett klammert. So wird er an ein fremdes Gestade verschlagen, wo ihn weitere sonderbare Verwicklungen erwarten. Oft ist es sein Erfindungsreichtum  der ihm zu überleben hilft. So bindet er sich, als er auf einer Insel zurückgelassen wurde, mit seinem Turbantuch an den Fuß eines Riesenvogels, um sich von ihm davontragen zu lassen. Mitunter mäandern die Geschichten von einer fantastischen Wendung zur nächsten. Allein die Schilderung von Sindbads fünfter Reise hebt sich vom Rest der Geschichten ab. Es ist die Erzählung von Sinbads Begegnung mit dem Alten des Meeres.

Es ist der Name eines Greises der ihn an einem Bachlauf bittet, getragen zu werden. Und der ihn dann versklavt.

Diese Erzählung stellt in gewisser Weise eine Umkehrung der Geschichte des Heiligen Christophorus dar: Christophorus trägt auf seinen Schultern ein Kind durch einen reissenden Fluß ans andere Ufer. Das Kind gibt sich ihm dann als Christus zu erkennen.

Sindbad trägt einen alten Mann über einen Bach, eigentlich nur ein Rinnsal. der sich dann als Plage erweist, weil er sich, nachdem Sindbad ihn auf seine Schultern genommen hat,  dort festklammert, und Sindbad mit seinen Beinen würgt und malträtiert und ihn auf diese Weise zwingt ihn weiter zu tragen und ihm in allem zu gehorchen.

 

Christophorus

 

 

Vom Heiligen Christophorus erzählt die Legenda Aurea. Er soll ursprünglich Reprobus geheissen haben und aus dem Land Kanaan stammen, Zwölf Ellen groß soll er gewesen sein. Er hatte sich vorgenommen, den mächtigsten und würdigsten Herrn zu finden um ihm zu dienen. Nach einigen Anstellungen, die sich alle als Irrtum erwiesen, gelangt er schließlich ratsuchend zu einem Einsiedler. Dieser empfiehlt ihm, eine Hütte an einem reißenden Fluss zu errichten, bei dessen Überquerung schon viele Menschen verunglückt seien. Dort möge er künftig als Fährmann wirken. Auf seinen Schultern soll Christophorus, weil er wegen seiner Größe das Wasser ungefährdet durchschreiten könne und ihm Strömung und Hochwasser nichts anhaben könnten, die Menschen sicher ans andere Ufer tragen. Der König, dem er dienen wolle, würde sich ihm auf diese Weise offenbaren.

Christophorus folgt dem Rat des Einsiedlers und lebt von nun an als Fährmann am Flussufer. Auf seinen Schultern, mit einer großen Stange sich gegen die Strömung stützend, trägt er die Reisenden durch das Wasser.

Wie er sich eines Tages in seiner Hütte aufhält, hört er draußen die Stimme eines Kindes rufen. Er geht hinaus, trifft aber niemanden an. Zweimal wiederholt der Ruf, ohne dass er jemenden sieht, beim dritten Mal findet er ein Kind am Ufer stehend. Der Knabe bittet, Christophous möge ihn hinübertragen. Christophorus nimmt seinen Stab, lädt das Kind auf seine Schultern und steigt in den Fluss. Aber wie er weiter vordringt wächst das Wasser höher und höher und zugleich wurde das Kind so "schwer wie Blei", wie es in der Legenda Aurea heißt. Immer höher steigt das Wasser und immer schwerer wird ihm das Kind auf seinen Schultern. So, dass er in große Bedrängnis gerät und zu ertrinken fürchtet.

Endlich gelangt er mit großer Mühe an das andere Ufer. Er setzt das Kind nieder und wendet sich ihm zu. In große Gefahr habe es ihn gebracht: "Kind, du bist auf meinen Schultern so schwer gewesen: hätte ich die ganze Welt auf mir gehabt, es wäre nicht schwerer gewesen". 

Er möge sich nicht verwundern, antwortete der Knabe, denn er habe nicht nur die ganze Welt auf seinen Schultern getragen, sondern auch den, der die Welt erschaffen hat. "Denn wisse, ich bin Christus, dein König, dem du mit dieser Arbeit dienst."

Sein Name soll von nun an Christophorus - Christusträger - lauten.

 

Im astrologischen System der Münchner Rhythmenlehre hat Wolfgang Döbereiner die Geschichte des Christophorus als Bild der Saturn-Uranus-Verbindung gedeutet. Die Weigerung des Christopherus,, Sem. Bd 4.

 

Der Weg der Gestalt vom Prinzip im noch Ungeteilten des Zeichens Fische, über den Ursprung im Wassermann - Uranus, zur Bestimmung im Zeichen Steinbock - Saturn.

Das Kind, das Neue, der Uranus, muss vom Saturn zur Bestimmung und damit in die Zeit getragen werden. 

Es ist der Weg der Vereinzelung und Loslösung vom Vorgegebenem, der unterwegs zusehends schwerer wird. Weil jeder Anfang der Anfang der Welt ist.

Das Motiv des Fährmannes als Bild des Übergangs erscheint in etlichen der antiken Mythen. Bei den Griechen ist es der Fährmann Charon, der die Verstorbenen in einem Nachen über den Fluss der Unterwelt bringt. Auch er ist auf den Abbildungen stets mit einer Stange ausgestattet. 

Das Motiv der Geschichte von Christophorus und dem Kind, das er auf seinen Schultern durch den Strom trägt, hatte es jedoch zuvor nicht gegeben.

 

Sindbad

 

Auf seiner fünften Reise findet sich Sindbad gestrandet auf einer Insel wieder, nachdem er als einziger einen Schiffbruch überlebt hat. Bei seiner Erkundung trifft er am Ufer eines Baches, eigentlich nur ein Rinnsal, auf einen hockenden alten Mann. Der Greis bittet mit Zeichen, Sindbad möge ihn auf seine Schultern nehmen und über den Bach tragen. Sindbad willigt ein, doch nachdem er mit dem Alten auf seinem Nacken den Bach überschritten hat und ihn nun absteigen heißt, presst dieser seine Beine derart fest um Sindbads Hals, dass er in arge Not gerät und fast erwürgt zu Boden sinkt. Die Umklammerung ist so unerbittlich und der Schmerz so arg, dass Sindbad fortan alles tut, was der Alte von ihm will. Dieser peinigt ihn und zwingt ihn zum unablässigen Gehorsam. Sobald Sindbad ein Aufbegehren oder auch nur eine Nachlässigkeit zeigt, tritt ihn der Alte und presst seine Beine mit eiserner Klammer noch fester und schmerzhafter um Sindbads Hals.

In seinem nun andauernden Sklavendasein findet Sindbad schließlich eine Ablenkung. Er greift sich einen Kürbis und höhlt ihn aus, um Trauben darin gären zu lassen. Mit dem gewonnenen Wein gedenkt er die Schmerzen seiner Last zu lindern. Der Alte bemerkt die vom Wein bewirkte Veränderung in Sindbads Gebaren und wird neugierig. Er befiehlt Sindbad, ihm den Kürbis mit dem restlichen Wein zu reichen.Schließlich trinkt er eine solche Menge, dass sich, vom Alkohol bewirkt, die Klammer seiner Beine um Sindbads Hals lockert. Bis der Alte schließlich ganz von ihm ablässt und schläfrig zu Boden gleitet. Sindbad, der kaum glauben kann, den Peiniger los zu sein, nimmt einen Stein und erschlägt ihn.

Später landet ein Schiff. Von den Seeleuten wird ihm berichtet, der Greis, den man den Alten vom Meere nennt, habe schon viele Gestrandete auf diese Weise versklavt und zu Tode gebracht.

In der Geschichte von Sindbads fünfter Reise ist es der Jüngere, und damit der Uranus, der den den Alten, den Saturn trägt. Und von ihm geknechtet wird. Eine Verkehrung. Wie kam es zur Sindbads Schiffbruch und Versklavung?

 

 

Der Vogel Roch

 

Die Vorgeschichte erzählt, wie Sindbad war auf der Insel des Alten strandet, nachdem sein Schiff untergegangen war, weil die Schiffsmannschaft, mit der er zuvor unterwegs war, auf einer anderen Insel das Ei des sagenhaften Riesenvogels Roch gefunden hatte. 

Die Seeleute hatten, während sich Sindbad noch auf dem Schiff aufhielt, eine große Kuppel entdeckt, die sie zunächst für ein Gebäude hielten. Es war aber das Ei des Riesenvogels Roch. Mit Steinen begannen sie auf das Ei einzuschlagen, bis es zerbrach. Darinnen entdeckten sie das Junge des Riesenvogels. Sie erschlugen es und verspeisten das Fleisch. Als sich die Vogeleltern am Himmel nähern flieht die Mannschaft in großer Angst zurück aufs Schiff. Als man sich wieder auf See befindet, tauchen am Himmel erneut die Eltern des erschlagenen Vogeljungen auf. Sie haben nun große Felsbrocken mitgebracht, die sie auf das Schiff herabfallen lassen, bis dieses versinkt. Nur Sindbad überlebt und gelangt so auf die Insel des Alten.

Der Name Roch oder Ruch des in den arabischen Sagen öfters erwähnten Vogels ist etymologisch verwandt mit dem hebräischen Ruach, dem Wort für den Geist. Ruwh im Arabischen. 

Das Bild des Vogels wird seit jeher mit dem Heiligen Geist verbunden. In der Genesis heißt es: "Finsternis lag über der Urflut und der Geist Gottes schwebte über den Wassern". Genesis 1:2

Der Geist Gottes, Ruach Elohim,  wird hier mit einem in der Bibel seltenen Verb bedacht, merachephet- מרחפת. Es kommt, wie Martin Buber bemerkt, nur ein weiteres Mal in der Schrift vor. Gottes schützendes Walten wird dort verglichen mit dem Bild des Adlers , der mit vibrierendem, kaum wahrnehmbar schwingendem Flügelschlag über seinen Jungen schwebt. "Wie ein Adler … über seinen Nestlingen schwingt"  5. Moses 32,11

Daher heißt es in der Übersetzung von Martin Buber und Franz Rosenzweig an dieser Stelle in der Genesis: "Finsternis über Urwirbels Antlitz. Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser".

 

In der Entwicklung des Tierkreises ist es die Phase des Zeichens Wassermann, des Schöpferischen, das über der Urflut schwebt und nachdem Himmel und Erde erschaffen wurden. Es ist die Entstehung der Polarität aus dem Ungeteilten, der Ursprung von Himmel und Erde, Ebbe und Flut, Innen und Aussen, Ich und Du. Sie scheiden sich im Wassermann. Es ist das Bild eines Menschen, der aus dem ungeteilten Wasser mit einem Eimer oder einem Krug schöpft.

 

Wenn der Kaufmann Sindbad Schiffbruch erleidet, nachdem der Vogel Roch sein Schiff versenkt hat, weil Sindbads Gesellen dessen Junges getötet und verspeist hatten, so erzählt die Geschichte auf diese Weise vom verdrängten Ursprung der Kaufleute. Sie sagt, dass der Geist, das Schöpferische, bei den Kaufleuten mit denen Sindbad fährt, nicht zugelassen wurde. Deswegen töten und verspeisen sie das Vogeljunge des Vogels Roch, des Ruach, der erst in der bürgerlichen Verdrängung als bedrohliche Gestalt erscheint. Christopherus auf seinem Weg wäre als reisender Kaufmann kaum denkbar.

Der Wassermann entsteht aus dem Ungeteilten die Polarität die Trennung von Ich und Du, von Innen und Aussen. Im Steinbock wird sie zur Bestimmung. Wird die Vereinzelung nicht zugelassen, so kommt es, statt zur Bestimmung des Einzelnen, zur Regelung im Kollektiv.

Anstatt dass der Saturn den Uranus in die Zeit trägt, ist der Uranus durch den nunmehr falschen Saturn, durch die kollektive Regelung geknechtet.

Deswegen landet Sindbad, nachdem seine Gesellen das Junge des Vogel Roch getötet haben, auf  der Insel, wo er zum Sklaven des Alten auf seinen Schultern wird.

Der falsche Saturn ist die Regelung des Kollektivs, dass die Bestimmung des Einzelnen verdrängt. In diesem Sinne steht der Alte des Meeres für die Regelung, die zum Selbstzweck wird – und damit für den Staat, für eine Gemeinschaftsbildung in dem der Einzelne nur als Funktion der Gemeinschaft aufgefasst wird.

Auf den Selbstzweck des Regelungszwangs weist ein weiterer wesentlicher Unterschied zu der Geschichte des Christopherus hin: Dieser trägt das Kind durch einen reissenden Strom, Menschen können ihn nur mit seiner Hilfe durchschreiten. Der Alte des Meeres auf den Sindbad trifft sitzt jedoch an einem Bach bei einem Brunnen, wie der arabische Originaltext besagt, also ein Wasserlauf, den er eigentlich auch ohne Sindbads Hilfe leicht überschreiten könnte.

Hierbei um Hilfe zu bitten fordert bereits eine Unterwerfung ein. Sindbad lässt sich nötigen und gerät in die Sklaverei.

 

So wie eine Gemeinschaft, die den Einzelnen nur als Funktion des Gemeinschaftlichen begreift, zum Selbstzweck wird, neigt auch ihr Regelungsapparat sich zu verselbständigen sich im Durchsetzen von Regelungen um der regelung willen zu üben.

 

In besnderer Weise offenbarte sich der Selbstzweck des staatlichen Regelungsapparats im Zuge der Coronakrise, als die Bevölkerung über drei Jahre mit teils widersprüchlichen, teils völlig unsinnigen und teils schädlichen bis gefährlichen Restriktionen und Pflichten konfrontiert wurde. Dies in einem absurden Maße, das sich ein Jahr zuvor niemand hätte vorstellen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Von einem Mann der ein Kind zu tragen hat und dies zunehmend als Last empfindet handelt auch der Film Eraserhead des Regiseurs David Lynch. Im Sinne der Uranus-Saturn-Verbindung ist hier bemerkenswert, dass Lynch am Tag des Übergangs der Sonne vom Zeichen Steinbock ins Zeichen Wassermann geboren ist.

Seine Geburt fand statt in der Nacht zum 20. Januar 1946 morgens um 3:08 Uhr. Sein Sonnenstand befindet sich damit noch im Steinbock. Im Tageshoroskop des 20. Januars, mit der Sonne auf der Mittagshöhe, ost diese jedoch bereits im Wassermann angekommen. Da das Mittagshoroskop die Bestimmung des jeweiligen Tages aufzeigt und so alle an jenem Tag Geborenen in übergeordneter Weise betrifft, steht Lynch mit seiner Sonne im Steinbock als Person damit in einem Spannungsverhältnis zur Wassermann-Qualität des Tages. Ein Spannungsverhältnis, das der Saturn-Uranus-Verbindung entspricht, darauf hinweisend, dass ein Konflikt mit dem vorgegebenen Milieu besteht.

 

 

 

 

 

 

Im Mittags-Horoskop Lynchs befindet sich das MC mit der Sonne auf 0,2 Grad Wassermann.

 

Die Saturn-Uranus-Verbindung ist in Lynchs Horoskop, mit Saturn in Haus acht im Krebs und Uranus im Spiegel in Haus sieben im Zeichen Zwillige, ohnehin gegeben. 

Eine Bewandtnis des Tages-Horoskops mit der Sonne auf der Himmelsmitte, besteht darin, dass im Rhythmus von zehn Jahren pro Haus im Alter von dreissig stets das MC mit dem Sonnenstand ausgelöst wird.

In der Tat findet sich in diesem Alter bei Geburtstagen bekannter Persönlichkeiten häufig das ausschlaggebende Ereignis  der Bekanntheit oder der allgemeinen Ver-bindlichkeit.

Als David Lynch 1977 den Film Eraserhead auf dem Los Angeles Fimfestival zeigt, macht ihn dies berühmt. Zu diesem Zeitpunkt ist er knapp 31 Jahre alt. Er hatte jedoch schon ein Jahr zuvor versucht ihn 1976 in Cannes einzureichen, so dass von einer Fertigstellung des Film im Alter von etwa 29 bis 30 Jahren ausgegangen werden kann.

In diesem Alter überläuft er den Sonnenstand am MC seines Tageshoroskops auf der Grenze von Wassermann und Steinbock. Damit das ist das Christopherus-Thema der  Uranus-Saturn-Verbindung gegeben, das in seinem Film allerdings einen fatalen Ausgang nimmt.

Die Geschichte des Films erzählt in surrealistischen und albtraumhaft bedrückenden Bildern von dem Geschick eines Mannes, dessen Partnerin ein missgebildetes Baby zur Welt bringt. Von der Last überfordert verlässt sie ihn. So ist er  genötigt, sich alleine um das monströs dargestellte Kind zu kümmern. Eine Bürde, die ihm immer schwerer wird. Im Unterschied zur Geschichte des Christopherus scheitert Lynchs Figur des Mannes, der ein Kind trägt. Der Protagonist im Film, dargestellt von dem Schauspieler  Jack Nance, der am 21.12.1943, also auf Null Grad Steinbock geboren wurde und damit für den Saturn steht, tötet am Ende das Kind. Daraufhin löst sich auch seine Existenz auf. 

 

 

Die Janus-Achse

Der Saturn als Planet des Steinbocks war vor der Entdeckung des Uranus ebenfalls dem Wassermann zugeordnet. Zum Steinbock gehörte der Saturn des Abends, zum Wassermann der Saturn des Morgens, Auf der Grenze treffen oder trennen sich, je nach Blickwinkel, der junge und der alte Saturn. Es ist das Bild des doppelköpfigen Janus, dem römischen Gott des Anfangs und der Türen, bei dem ein heiteres jüngeres und ein strenges älteres Gesicht in gegensätzliche Richtungen schauen. Ihm war der Anfang des Jahres und der Monat Januar zugeordnet.

"Zweiköpfiger Janus, Quelle des still gleitenden Jahres" nennt ihn Ovid "Der einzige Gott, der hinter sich sehen kann;"  Als Festtag des Janus gibt er den 9. Januar an.

Ovid, der im Jahre 43 vor Chr. geboren wurde, bezieht sich in seinen Gesängen zu den Festtagen, den Fasti,  bereits auf den julianischen Kalender, der zwei Jahre vor seiner Geburt von Julius Cäsar eingeführt wurde.

Cäsar hatte den Beginn des neuen Kalenders und damit den 1. Januar des Jahres 45 vor Chr.  einmalig auf den ersten Neumond nach der vorausgegangenen Wintersonnenwende, bzw. dem Eintritt der Sonne in das Zeichen Steinbock gelegt, Dieser fand, nach heutiger Rechnung, am 23. 12. des Vorjahres statt. Der folgende Neumond war drei Wochen später am 12. Januar um 22:08 Uhr bei einem Sonnenstand 20,6° Steinbock.

Der Folgetag war somit, je nach Sichtbarkeit des Neulichts, der 1. Januar des Julianischen Kalenders. Das erste Janusfest der neuen Zeitrechnung, neun Tage später, fiel damit auf 0° oder 1° Grad Wassermann. Es ist mithin davon auszugehen, dass sich Ovids Angabe des 9. Januars als Fest des Janus auf den Übergang der Zeichen Steinbock und Wassermann bezieht.    

 

 

 

 

(C) Herbert Weiler, August 2020

 

 

 

 

 

Anmerkung: Die Thematik der Janus-Achse sowie der Parallelzeichen auf dieser