Auszug aus dem Essay "Parallelzeichen" in dem Buch: 

Sterndeuter aus dem Osten / Essays und astrologische Betrachtungen >>

 

 

 

 

                                                Der Janus-Punkt 

 

IJulianischen Kalender, der nach der Reform des Julius Cäsar mit dem ersten Neumond nach der Wintersonnenwende des Jahres 44 v. Chr. begann, fallen 0° Wassermann und 30° Steinbock in den Januar.  Schon um 153 v. Chr. hatte man den Jahresbeginn vom März auf den Januar verlegt.

Der Monat ist nach Janus benannt, dem doppelgesichtigen Gott des Anfangs, der zugleich nach vorne und nach hinten schaut. Er wurde der Gott der Türen und Tore genannt, der Türöffner. Den einen galt er als Sohn des Saturn, den anderen als dessen Widerspiel. Er wird als einer der ältesten römischen Götter betrachtet. Nicht nur der Jahresbeginn war dem Janus gewidmet, sondern auch die einzelnen Monatsanfänge, die Kalenden. 

Traditionell, dem babylonischen Kalender folgend, sollten die Kalenden mit dem jeweiligen Neumond übereinstimmen, der Januar also mit dem ersten Neumond nach der Wintersonnenwende beginnen. So ist zwar der Monat Januar durch die Wintersonnenwende und damit den Beginn des Zeichens Steinbock bestimmt, beginnt aber später. Auf der Ekliptik fällt damit der Übergang vom Zeichen Steinbock zum Wassermann in den Monat des Janus.

Die römische Zählung hatte sich indes im Laufe der Jahrhunderte verschoben, so dass die Monate nicht mehr mit den Mondphasen und Jahreszeiten übereinstimmten. Cäsars Akt einer vom Mond unabhängigen Monatszählung, deren Beginn er einmalig auf den Neumond des Jahres 44 v. Chr.  festlegte, ließ fürderhin das Zeichen Wassermann stets um den 20. Januar beginnen.

 

 

Janus auf einem Relief der Darstellung des Pontius Pilatus. Kreuzwegstation in der Krypta der Kirche St. Andreas in Köln

 

Die Scheidung von Wassermann und Steinbock wurde im Jahreskreis und damit auch im Tierkreis als Entfaltung der Zeit gesehen. Dennoch war der Eintritt in die Zeit, der Kardinalpunkt von Null Grad Steinbock, maßgeblich für die Zählung.

 

Auch im chinesischen Jahreskreis fällt der Punkt 0° Wassermann / 30° Steinbock in die Zeit des Jahresanfangs, der allerdings nicht, wie im römischen Kalender, mit dem ersten Neumond nach der Wintersonnenwende, sondern mit dem zweiten Neumond beginnt.

 

 

- Der Januskopf repräsentiert zur einen Seite den Saturn des Steinbocks und zur anderen den Saturn des Wassermanns. So schaut das eine der beiden Gesichter meist ernst, das andere heiter. Das Zeichen Wassermann wird heute dem Uranus zugeordnet. 

 

- Daher wurde Janus mal als Sohn des Saturn, mal als dessen Widerspiel, im Sinne des Wassermann/Uranus gesehen.

 

- Stellt der Janus-Punkt die Scheidung der Herrscher der Tages- und Nachthälften dar?

Der doppelgesichtige Saturn dem Wassermann zur einen und dem Steinbock zur anderen Seite zugewandt? 

 

 

- Auch die Zeremonie der Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten fällt auf den Punkt 30° Steinbock / 0° Wassermann. Seit 1933 wird sie stets am 20. Januar abgehalten.

 

- Aber es ist nicht der Anfang des Tierkreises. Wie im westlichen Jahreskreis unterscheidet sich auch im chinesischen der Beginn des Jahres mit der Monatszählung vom Beginn des Tierkreises.

                               

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(C) Herbert Weiler 2017